Die Belegschaft des Konzerns zog vom bedrohten Werk zum Benrather Markt.

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250 „Nirostaner“ zogen am Freitag zum Benrather Markt, um gegen die drohende Schließung zu protestieren.

250 „Nirostaner“ zogen am Freitag zum Benrather Markt, um gegen die drohende Schließung zu protestieren.

Michaelis

250 „Nirostaner“ zogen am Freitag zum Benrather Markt, um gegen die drohende Schließung zu protestieren.

Düsseldorf. "Nirosta bleibt in Benrath!" Selbstbewusst ziehen Arbeiter mit einer entsprechenden Banderole zum Benrather Markt.

Eine andere Gruppe ist sich der Rettung des Edelstahlwerks im Düsseldorfer Süden offensichtlich nicht so sicher. "Leben braucht Arbeit - Nirosta muss in Benrath bleiben", fordern die Männer mit den weißen Helmen.

Zwei weitere signalisieren bereits Hoffnungslosigkeit: "Werk Benrath" steht auf einem selbst gezimmerten schwarzen Sarg.

Etwa 250 Nirosta-Mitarbeiter und Gewerkschaftsmitglieder sind am Freitag nach einer Betriebsversammlung in der von der Schließung bedrohten Produktionsstätte zum Benrather Markt gezogen.

Die von IG Metall-Geschäftsführer Nihat Öztürk später bei der Kundgebung erwähnte "breite Solidarität für die Nirostaner" ist an diesem schmuddeligen Nachmittag zumindest nicht präsent. Nur vereinzelt sind Vertreter aus dem öffentlichen Leben inmitten der Blaumann-Fraktion zu sehen. Ebenfalls nur sporadisch lassen sich Bürger von ihren Einkäufen ablenken.

Das Alternativ-Konzept der Firma PCG (WZ berichtete): Statt 250 Millionen Euro zur Verlagerung, 130 Millionen Euro zur Sicherung in Benrath einzusetzen. Bis zu 80 Arbeiter würden ihren Job verlieren - statt 400.

Allerdings wären dann auch die Nirosta-Standorte Krefeld und Dillenburg betroffen. Gespräche zwischen Vorstand und Betriebsrat sind am Donnerstag geplant.

Dennoch bedankt sich Öztürk für die Unterstützung auch aus der Politik: Alle Parteien und Oberbürgermeister Dirk Elbers hätten ihre Solidarität bekundet. Dies sei ein Zeichen, "dass am Ende die Vernunft siegt, nicht eiskalte Berechnung". Hinter den Vorstands-Plänen zur Schließung stehe eine "Missachtung und Respektlosigkeit" gegenüber den Arbeitnehmern, des Werks, das seit 40 Jahren schwarze Zahlen schreiben würde.

Gewerkschaft fordert Manager, die sich auch für die Region einsetzen

Öztürk: "Wir brauchen solche Manager nicht. Wir brauchen Köpfe, die sich für die Belange der Menschen einsetzen - und für die Region." Kämpferisch zeigte sich Betriebsratsvorsitzender Mustafa Sahin: "Wir haben erst angefangen, jetzt geht es los", drohte er weitere Kundgebungen in der Zukunft an und sprach von einem ersten Erfolg: Bei einem "emotionalen" Treffen während einer Betriebsversammlung vor dem Demonstrationszug mit den Nirosta-Vorständen Jörg Beindorf und Klaus-Peter Hennig hätten diese zumindest Interesse an dem Alternativ-Konzept signalisiert (siehe Kasten). "Das ist schon mal ein Ergebnis", sagte der Benrather.

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