Das Glasflaschenverbot kommt nicht so bald – doch viele Gastronomen schenken ihr Bier in Plastikbechern aus.

wza_1029x1500_613167.jpeg
Glasflaschen und Gläser können an Karneval ein Problem sein. (Bei Klick weitere Bilder).

Glasflaschen und Gläser können an Karneval ein Problem sein. (Bei Klick weitere Bilder).

Glasflaschen und Gläser können an Karneval ein Problem sein. (Bei Klick weitere Bilder).

Düsseldorf. Erwartungsgemäß ist die SPD am Mittwoch im Ordnungsausschuss mit ihrem Vorstoß für ein nächtliches Glasflaschenverbot in der Altstadt abgeblitzt. CDU, Grüne und FDP halten die Rechtslage für nicht gegeben. Und das obwohl alle Parteien, Polizei und Altstadtwirte die Scherbenflut etwa an den Karnevalstagen in den letzten Jahren stets angeprangert haben. Und obwohl ein solches Verbot in Hamburg längst greift und in Köln zu Karneval eingeführt wird.

Mit Ach und Krach fand die SPD nur Zustimmung dafür, dass die Stadt nun wenigstens die Rechtsgrundlagen für den Erlass eines Flaschenverbots überprüft.

Vor dem Füchschen wird aus Kunststoffbechern getrunken

Zumindest viele Wirte allerdings setzen an Karneval ohnehin auf Kunststoffbecher statt auf Gläser. Die meisten sind klar für ein Glas- und Glasflaschenverbot auf der Straße - wie es beispielsweise in diesem Jahr erstmals an den Karnevalstagen in Köln eingeführt wird.

"Wir arbeiten seit Jahren an Karneval mit Kunststoffbechern", berichtet beispielsweise Tobias Heller, Assistent der Geschäftsleitung beim Füchschen, über die Stände im Außenbereich. Security-Mitarbeiter achten an den Ausgängen darauf, dass die Gäste keine Gläser mit nach draußen nehmen. "Die Kunststoffbecher sind ungefährlich und verursachen keine Scherben. Außerdem können sie nach Gebrauch weggeschmissen werden", nennt er die Vorteile. Insofern hätte er auch nichts gegen ein generelles Verbot.

Uerige-Chef Michael Schnitzler handhabt das Problem an den tollen Tagen flexibel. An den Ständen vor der Kneipe wird seit Jahren immer dann das Bier in Kunststoffbechern ausschenkt, wenn die Mitarbeiter merken, dass es ein Problem mit Scherben gibt. Für ihn sei es deswegen unproblematisch, dauerhaft auf Kunststoff umzusteigen. Aber er gibt zu bedenken: "Ein Glasverbot - das ist auch eine geschmackliche Frage." Bier würde dem Gast besser aus Glas als aus Plastik schmecken.

Auch Dehoga ist für ein allgemeines Glasverbot an Karneval

Von Altweiber bis Rosenmontag gilt das Verbot in der Altstadt, im Zülpicher Viertel und am Ring.

Laut der Stadt Köln wurden Müll und Körperverletzungen mit Flaschen zum Problem.

Diese Position vertritt auch Thea Ungermann, stellvertretende Brauereichefin bei Schumacher. Doch für sie ist besonders der Sicherheitsaspekt wichtig: "Dann doch lieber Kunststoff als Glas." Ein Schumacher-Stand an der Kö funktioniert seit Jahren mit Kunststoffbechern mit Pfandsystem - das empfehle das CC den Wirten seit Jahren offiziell. "Die Becher sind mit CC-Motiven bedruckt und geben sogar etwas fürs Auge her - manche nehmen sie sicherlich als Andenken mit", sagt sie. "Der Schlösser-Stand auf der Kö hat ebenfalls das Plastikbecher-Pfand-System", sagt Marianne A. Kock, Schlösser-Sprecherin. Und auch vor der Hausbrauerei Zum Schlüssel trinken die Gäste aus Kunststoffbechern.

Dehoga-Geschäftsführer Rainer Spenke ist für ein allgemeines Glasverbot an Karneval, weil es die Scherbenberge verringern könnte. "Außerdem können dann die Wirte den Gästen mit Begründung vermitteln, warum sie ihre Gläser nicht mit hinausnehmen dürfen", sagt er. Wo es geht, setzen aber viele bereits auf Kunststoff statt auf Glas.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer