Der Winterschlussverkauf ist in vollem Gange. Die Ware muss raus, um Platz für die Frühjahrskollektionen zu schaffen.

Handel
Almerina Fernandez zeigt reduzierte Winterware, bevor der eigentliche Winter begonnen hat.

Almerina Fernandez zeigt reduzierte Winterware, bevor der eigentliche Winter begonnen hat.

Sale-Aktionen gibt es jetzt in vielen Geschäften der Altstadt.

Judith Michaelis, Bild 1 von 2

Almerina Fernandez zeigt reduzierte Winterware, bevor der eigentliche Winter begonnen hat.

Düsseldorf. Der Frühling naht – so scheint es jedenfalls in der Düsseldorfer Altstadt. Schließlich beginnt gerade der Winterschlussverkauf und die Geschäfte reduzieren ihre Preise um die Wette. Ob Textilwaren, Schuhe oder Dekorationsartikel: Die Kunden stolpern förmlich von einer Sale-Aktion in die nächste. Doch was hat es mit diesem Preiskampf auf sich?

Die Reduzierungen reichen von zehn bis 30, teilweise bis zu 50 Prozent. Damit nicht genug: Laut Einzelhandelsverband könnten sich diese Zahlen noch erhöhen. „Die Preisreduzierungen bewegen sich jetzt noch in einem kleineren Rahmen.

Der inoffizielle Winterschlussverkauf startet ja erst am 27. Januar. In den darauf folgenden zwei Wochen kann mit noch höheren Reduzierungen gerechnet werden“, sagt Anne Linnenbrügger-Schauer, Pressereferentin des Einzelhandelsverbundes.

Die Gründe für diesen Preiskampf sind vielfältig. Ein entscheidender Faktor ist die Lagerkapazität der Läden. „Wir machen unsere Sale-Aktion, um Platz für die neue Ware zu schaffen. Und viele Kunden fragen ja auch jetzt schon nach den Frühjahrskollektionen“, sagt Thomas Guzmann, Filialleiter von Uli Knecht. Dabei seien nicht nur die Herbst- und die Übergangsmode, sondern auch die Winterware reduziert.

„Das Wetter macht uns allgemein einen Strich durch die Rechnung. Bei dem Wetter möchte doch niemand warme Mäntel oder Kaschmir-Pullover kaufen“, sagt Guzmann. Dies sei bei den Männern noch deutlicher spürbarer, als bei den Frauen. „Frauen kaufen eigentlich immer ein. Männer eher nach Bedarf. Bei Minusgraden würde unser Geschäft daher sicherlich besser laufen. Dieses Jahr war aber insgesamt sehr schwierig“, sagt er.

Relevante Faktoren sind auch der Zeitdruck und der Preiskampf

Von einem schwierigen Jahr berichtet auch Almerina Fernandez, Verkäuferin bei Projekt 11. „Wir haben jetzt bis zu 50 Prozent reduziert. Das liegt aber nicht nur an dem Winterschlussverkauf. Es geht auch um den Preiskampf, wie beispielsweise mit Primark. Das ist ein wichtiger Faktor“, sagt sie. Außerdem stünden sie durch die Nachbargeschäfte auf der Flinger Straße im Zugzwang: „Wenn die Rabatt-Aktionen starten, müssen wir mitziehen. Sonst gehen die Kunden ja nur zu den anderen Geschäften“, sagt sie.

Der nicht vorhandene Winter hält sie nicht von ihrer WSV-Aktion ab. „Wir wissen ja nicht, ob es noch richtig kalt wird. Wir müssen jetzt reduzieren, sonst werden wir die warmen Pullover nicht los und haben keinen Platz für die Frühjahrsmode“, sagt Fernandez. Schließlich würden die Kunden schon jetzt nach Ballerinas und kurzen Sommershirts verlangen. Die Verkäuferin räumt ein: „Natürlich geht es auch darum, die Kunden bei Kauf-Laune zu halten. Nach Weihnachten ist ja sonst eher das Sparen angesagt.“

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