K. soll eine Düsseldorferin erstochen haben. Er hat bereits ein Kind erdrosselt, weitere Todesfälle werden untersucht.

Prozessbeginn
Der Angeklagte David K. (Mitte) soll eine 52-jährige Frau in Flingern getötet haben. Zu den Vorwürfen schweigt er. Nicht einmal mit seinem Pflichtverteidiger Olaf Heuvens (rechts) spricht er.

Der Angeklagte David K. (Mitte) soll eine 52-jährige Frau in Flingern getötet haben. Zu den Vorwürfen schweigt er. Nicht einmal mit seinem Pflichtverteidiger Olaf Heuvens (rechts) spricht er.

Staatsanwalt Christoph Kumpa erhob Anklage wegen Totschlags.

Bernd Schaller, Bild 1 von 2

Der Angeklagte David K. (Mitte) soll eine 52-jährige Frau in Flingern getötet haben. Zu den Vorwürfen schweigt er. Nicht einmal mit seinem Pflichtverteidiger Olaf Heuvens (rechts) spricht er.

Düsseldorf. David K. scheut die Kameras. Er vergräbt sein Gesicht zwischen den Knien, die dunklen Locken fallen ihm in die Stirn. Auf die Ansprache des Richters reagiert er nicht, selbst mit seinem Pflichtverteidiger spricht er kein Wort.

Der 37-Jährige schweigt – weder zu seinem Lebenslauf noch zu den Vorwürfen, eine 52-jährige Düsseldorferin im Juli 2010 getötet zu haben, will er sich äußern. Während des Prozesses wirkt er abwesend, zeitweise gelangweilt. Als das Gericht ein altes Video des Opfers zeigt, wendet David K. sich ab. Die 52-Jährige küsst ein Kuscheltier und drückt es in die Kameralinse.

Das Opfer wurde mit 38 Messerstichen umgebracht

Zeugen, die beim gestrigen Prozessauftakt aussagen, beschreiben David K. als rätselhaft. Unauffällig, höflich und hilfsbereit sei er gewesen. „Der war ja so lieb“, sagte ein Mann, der den Angeklagten in einem Düsseldorfer Internet-Café kennengelernt hatte. „Wie ein Teddybär.“ Er sei schockiert gewesen, als die Kripo eines Tages bei ihm auftauchte und nach K. suchte. „Ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen, dass er jemanden töten könnte.“

Die Staatsanwaltschaft ist aber überzeugt: David K. war es, der die geistig behinderte Frau in deren Wohnung in Flingern mit 38 Messerstichen tötete. Die Ermittler fanden in der Wohnung seine Fingerabdrücke. Sie spricht von einem Hang des Angeklagten zur „Begehung von Straftaten von erheblichem Gewicht“. Als er 17 Jahre alt war, missbrauchte er in Düsseldorf ein achtjähriges Mädchen und erdrosselte es dann. In Berlin und Hamburg wird gegen den Mann wegen Tötungsdelikten ermittelt.

Marianne J. (Name geändert), die mit K. als Jugendliche zusammengekommen war, konnte damals nicht fassen, dass ihre erste Liebe ein Kindsmörder sein sollte. Warum er das Mädchen getötet hatte, erklärte er ihr nie. „Er sagte nur, dass er es rückgängig machen würde, wenn er könnte“, erinnert sich die 38-Jährige. An der siebenjährigen Haftstrafe zerbrach die Beziehung, der Kontakt wurde erst Jahre später wieder aufgenommen. Auch dann habe sich K. nie aggressiv gezeigt. Manchmal sei er jedoch einfach wortlos aus dem Raum gegangen, auch bei sexuellen Kontakten.

Im April 2009 war ein 45-jähriger Mann spurlos verschwunden. Die Berliner Ermittler stellten fest, dass seine Wohnung mit einem Spezialreiniger behandelt worden war. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Mann in seiner Wohnung getötet und die Leiche weggeschafft wurde. Gegen David K. wird ermittelt.

Auch in Hamburg ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen K. Eine Frauenleiche war 2000 in einem Kanal gefunden worden, David K. in den Kreis der Verdächtigen gerückt. Die Ermittlungen wurden zwischenzeitlich mangels Tatverdacht eingestellt, nun werden die DNA-Spuren noch einmal abgeglichen.

„Er hat sich oft zurückgezogen. Er war ein Einzelgänger“, sagt sie. Als sie von ihm schwanger wurde, habe sich K. sehr gefreut. Sie aber entschied sich im August 2009 für eine Abtreibung. Sie habe nicht mit einem Menschen zusammenleben können, der von Hartz IV lebe. K. brach den Kontakt ab. Der Prozess wird fortgesetzt.