Auch im Winter riecht es mancherorts übel aus Gully-Deckeln. Mangelndes Wasser in den Leitungen ist oft eine Ursache.

Spezieller Duft aus dem Gully: Einige der Geruchskomponenten sind so aggressiv, dass sie Rohre angreifen können. Archiv
Spezieller Duft aus dem Gully: Einige der Geruchskomponenten sind so aggressiv, dass sie Rohre angreifen können. Archiv

Spezieller Duft aus dem Gully: Einige der Geruchskomponenten sind so aggressiv, dass sie Rohre angreifen können. Archiv

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Spezieller Duft aus dem Gully: Einige der Geruchskomponenten sind so aggressiv, dass sie Rohre angreifen können. Archiv

Düsseldorf. Er kommt unerwartet und ist mehr als unangenehm: Abwassergeruch. Er schlägt Fußgängern aus den Gullys in den Straßen der Stadt entgegen und verursacht regelmäßig gerümpfte Nasen. „Bestialisch“ ist die Beschreibung von Gastwirten auf der Bolker Straße. An manchen Sommertagen sei es kaum auszuhalten. Im Winter mag es weniger schlimm sein, doch das Problem besteht weiterhin.

Geringer Wasserverbrauch führt zu Ablagerungen in den Rohren

„Grundsätzlich kann es immer mal streng aus den Kanälen riechen. Woran das jeweils genau liegt, hat aber ganz individuelle Gründe“, erklärt Birgit Bremmenkamp vom Stadtentwässerungsbetrieb Düsseldorf.

Ein Grund: Zu wenig Wasser, das durch die Rohre fließt. „Sogenanntes „Spar-Spülen“ führt dazu, dass zu wenig Flüssigkeit vorhanden ist, um die Feststoffe durch die Rohre zu spülen“, so Bremmenkamp. Die meisten Rohrsysteme seien nicht auf geringe Wassermengen ausgelegt und könnten daher leicht verstopfen. Doch nicht nur zu wenig, auch „falsches“ Wasser verursacht den üblen Geruch. „Oft wird altes Spül- und Putzwasser in den Gully gekippt. Bier- oder sogar Essens- und vor allem Fischreste im Wasser sind dabei die Übeltäter.“

In Düsseldorf wird Schmutz- und Regenwasser in dieselbe Kanalisation abgeführt. Bei geringem Niederschlag fällt die notwendige Durchspülung der Leitungen weg, vor allem dann kann es zur Bildung von unangenehmen Gasen kommen. Regenfreie Phasen gibt es allerdings nicht nur im Sommer, ein trockener Winter hat dieselben Probleme zur Folge. Ein Eimer klares Wasser kann meist schon für Abhilfe sorgen.

Vollständig verhindern lässt sich der Gestank nicht. „Wir können die Kanalisation nicht hermetisch abriegeln. Das Regenwasser muss schließlich abfließen können, und vor allem müssen die Rohre gut belüftet werden. Sonst verursachen die Kanalgase einen zu hohen Druck in den Leitungen“, erklärt Bremmenkamp.

Eines der bekanntesten und gleichzeitig unerkanntesten Belüftungswerke steht Auf’m Hennekamp, gegenüber vom Uhrenfeld am Volksgarten: die „Nessie-Familie“. Als bunte Skulpturen getarnt, wirken die Lüftungsrohre der schlechten Luft, die dort durch die Hauptsammelstelle für Abwässer verursacht wird, entgegen.

Bremmenkamp weist daraufhin, sich beim Stadtentwässerungsbetrieb zu melden, falls ein Gebiet in der Stadt auffällig vom Kanalgeruch betroffen ist. Dann werden die Leitungen dort einer gründlichen Reinigung unterzogen.

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