Für die nördliche Düssel und Kittelbach wurden jetzt Überschwemmungsgebiete ausgewiesen.

Gerresheim/Kaiserswerth
Die Uferböschung an der Altenbergstraße ist zwar ziemlich hoch, aber wenn die Düssel viel Wasser führt, drohen gelegentlich nasse Füße.

Die Uferböschung an der Altenbergstraße ist zwar ziemlich hoch, aber wenn die Düssel viel Wasser führt, drohen gelegentlich nasse Füße.

Die Überschwemmungsgebiete an Düssel/Kittelbach.

Sergej Lepke, Bild 1 von 2

Die Uferböschung an der Altenbergstraße ist zwar ziemlich hoch, aber wenn die Düssel viel Wasser führt, drohen gelegentlich nasse Füße.

Düsseldorf. Immer wieder treten der Rhein und seine Nebenflüsse bei starken Regenfällen über die Ufer. Um Wohngebiete möglichst effektiv zu schützen, werden derzeit sogenannte Überschwemmungsgebiete ausgewiesen, in denen sich das Hochwasser breitmachen kann und die als Rückhalteareale dienen. Als Berechnungsgrundlage dient dabei das sogenannte Jahrhunderthochwasser – also ein Ereignis, das statistisch gesehen einmal in 100 Jahren vorkommt. Im Düsseldorfer Stadtgebiet sind fünf Bereiche betroffen: Die Uferzonen von Rhein, die Anger, die Itter, die nördliche Düssel samt Kittelbach, der Schwarzbach und die südlichen Düssel samt Nebengewässern wie Eselsbach und Hoxbach.

Auch die Ostparksiedlung ist Hochwasserrückhalteraum

Für den Bereich nördliche Düssel und Kittelbach wurden jetzt die Überschwemmungsgebiete festgezurrt und sind seit kurzem rechtskäftig. Das bedeutet, dass in diesen Gebieten keine neuen Baugebiete mehr ausgewiesen werden dürfen und auch die Errichtung von Mauern, Wällen und ähnlichen Anlagen verboten ist. Ebenfalls verboten ist die Umwandlung von Grünland in Ackerland sowie von Auwald in eine andere Nutzungsart. Außerdem dürfen Gegenstände, die die Strömung behindern könnten, allenfalls kurzfristig gelagert werden. Und das Lagern von wassergefährdenden Stoffen ist streng verboten, ebenso eine Erhöhung oder Vertiefung des Geländeniveaus. Betroffen sind in Gerresheim die am Düssellauf liegenden Sportanlagen, aber auch der westliche Teil der Kleingartenanlage am Torfbruch sowie das Wohngebiet östlich der Sportanlagen. Problematischer ist die Situation in den dicht besiedelten Stadtteilen, wo die Düssl in ein enges Bett gepresst ist. So läuft sie in Grafenberg als offner Kanal, wodurch im Hochwasserfall, die Ostparksiedlung stark gefährdet ist. Hier gilt ein striktes Verbot einer weiteren Verdichtung. Lediglich in einem Teilstück zwischen Grafenberger Allee und Graf-Recke-Straße folgt sie einem geschwungenen Verlauf, das als Rückhaltezone genutzt werden kann.

Das meiste Düsselwasser fließt über den Kittelbach zum Rhein

Rhein Die Überflutungszonen zonen am Rhein sind seit 2007 zwischen den Stromkilometern 707 rechtes Ufer und 711,2 linkes Ufer und 857,7 rechtes Ufer und 865,5 linkes Ufer vorläufig festgelegt. Die letzte Fortschreibung war im Juni 2011.
Schwarzbach/Anger Schon 2008 wurden am aus Wülfrath kommenden Schwarzbach die vorläufig festlegt. Im vergangenen Jahr folgten für die stark vom Hochwasser bedrohte Anger.
Südliche Düssel Seit Dezember 2013 werden Überflutungszonen für die südliche Düssel samt Nebengewässern erarbeitet.
Itter Ebenfalls seit 2013 werden die Pläne für die Itter erarbeitet.

Kurz hinter der Graf-Recke-Straße teilt sich die Düssel in Innere Düssel und Kittelbach, der als nördlichster Düsselarm den meisten Teil des Wassers aufnimmt. Wie auch die Düssel in Derendorf, wird der Kittelbach in Mörsenbroich meit in unterirdischen oft mehrere 100 Meter langen Kanälen geführt. Vor dem längsten unterirdischen Abschnitt unter dem Flughafengelände durchfließt der Kittelbach aber im Bereich des nördlichen Zubringers und dem angrenzenden Kleingartengelände noch einmal einen naturnahen Bereich mit mäandrierendem Verlauf, üppiger Ufervegetation und Auenbereichen. In Kaiserswerth selbst fließt der Bach innerhalb eines mehr oder weniger breiten Grünstreifens zum Deich, von wo in die Rheinauen abstürzt. Die einzige Möglichkeit sich vor dem Ortskern etwas auszudehnen, liegt südlich des Löwensees, deshalb ist in der Verordnung auch dort eine Rückhaltezone vorgesehen.

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