Die Statistik der Polizei zeigt eine positive Entwicklung 2009. Aber es gab wieder mehr schwere Unfälle mit Bahnen. Die Stadt reagiert.

An der Kölner Landstraße gab es 2009 erstmals eine Info-Aktion für Fußgänger. 2010 folgt die Luegallee.
An der Kölner Landstraße gab es 2009 erstmals eine Info-Aktion für Fußgänger. 2010 folgt die Luegallee.

An der Kölner Landstraße gab es 2009 erstmals eine Info-Aktion für Fußgänger. 2010 folgt die Luegallee.

JM

An der Kölner Landstraße gab es 2009 erstmals eine Info-Aktion für Fußgänger. 2010 folgt die Luegallee.

Düsseldorf. Nie verunglückten in Düsseldorf so wenige Menschen wie im vergangenen Jahr. 2822 Verletzte und Getötete verzeichnet die Polizeistatistik für 2009. "Das ist der niedrigste Stand seit Beginn der Erfassung 1955", sagt Polizeipräsident Herbert Schenkelberg. Besonders drastisch ist die Zahl der Schwerverletzten zurückgegangen - kontinuierlich von 1659 im Jahr 1960 auf jetzt 314.

Insgesamt 26 425 Mal hat es im vergangenen Jahr auf Düsseldorfs Straßen gekracht. "Meist sind das aber nur Blechschäden", sagt Martin Vonstein von der Direktion Verkehr der Polizei. Was die Autofahrer am meisten nervt, dient in Düsseldorf vermutlich ihrer Sicherheit: volle Straßen und Baustellen. Denn beides drosselt die Geschwindigkeit.

2008 starben zwei Menschen bei Unfällen mit Bahnen - 2009 fünf

Wie die WZ berichtete, ist die Entwicklung besonders bei den Unfällen mit Fußgängern positiv. Düsseldorf gilt seit Jahren im Landesvergleich als besonders gefährliche Stadt für Fußgänger. Jetzt dreht sich der Trend. Während die Zahl der verunglückten Autofahrer um 16 abnahm und die der Radfahrer um elf, wurden gleich 30 Fußgänger weniger verletzt als 2008. Das ist ein Rückgang um fast 15 Prozent.

Ausreißer sind wieder die Unfälle mit Straßenbahnen. Von 2007 auf 2008 war ihre Zahl um 70 Prozent in die Höhe geschnellt. Zwar gingen die Unfälle von 150 auf 128 im vergangenen Jahr zurück, die Zahl der dabei verletzten Menschen aber ist gleich geblieben. Und: Während 2008 zwei Menschen bei Unfällen mit Bahnen ums Leben kamen, waren es 2009 fünf.

Im März überquerte ein Paar die Gleise an der Kölner Landstraße, ohne auf eine nahende Bahn zu achten. Beide wurden erfasst, der 45-jährige Mann starb. Im Juni fuhr ein 44-jähriger Autofahrer bei Rot und kollidierte mit einer Bahn. Im Juli blieb ein 80-Jähriger am Graf-Adolf-Platz mit dem Schirm in der Tür einer Straßenbahn hängen und stürzte, als diese anfuhr, schwer. Er starb an den Folgen seiner Verletzungen.

1. Mörsenbroicher Ei (1)

2. Worringer Platz (2)

3. Nordstern (3)

4. Südring/Münchener Straße (-)

5. Nordfriedhof (5)

6. Südring/Völklinger Straße (4)

7. Ernst-Reuter-Platz/Corneliusstraße (7)

8. Oberbilker Markt (6)

9. Berliner Allee/Graf-Adolf-Straße (-)

10. Wehrhahn/ Worringer Straße/Adlerstraße (-)

Im September wurde am Stresemannplatz ein Radfahrer von einer Bahn erfasst und getötet. Im November überquerte eine 65-Jährige an der Grafenberger Allee die Gleise, ihr Schirm nahm ihr die Sicht - die nahende Straßenbahn rammte sie. "Oft ist die Ursache einfach Unachtsamkeit", sagt Vonstein.

Dennoch will Roland Hahn vom Amt für Verkehrsmanagement handeln. Er hat bereits fünf Überwege an der Kölner Landstraße im Blick, die mit Umlaufgittern ausgestattet werden sollen. Die Fußgänger sollen in einem Winkel auf die Gleise zugeführt werden, der sie zwingt, eine Bahn auch zu sehen. "Das könnte ein grundsätzliches Konzept für die ganze Stadt sein", sagt Hahn.

Die Unfallkommission hat es am Montag abgesegnet. Im März soll es zudem wieder eine große Aufklärungsaktion für Fußgänger geben - wie bereits im Oktober an der Kölner Landstraße. Ziel ist diesmal die Luegallee. Damit, sagt Hahn jedoch, sind die Möglichkeiten der Verwaltung erschöpft.

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