Die Polizei hatte über 100 Einsätze weniger als 2009. Aber es gab auch schwere Fälle von Gewalt.

Düsseldorf. Ein verhältnismäßig friedliches Altweiber hat Düsseldorf nach der Bilanz der Polizei erlebt. Im vergangenen Jahr hatte es zwischen 7 Uhr am Donnerstagmorgen und 7 Uhr am Freitag 768 Einsätze gegeben. In diesem Jahr waren es mit einer Gesamtzahl von 663 Einsätzen über 100 weniger. Die Zahl der Schlägereien ging von 30 auf 16 zurück. Entsprechend wurden weniger Menschen verletzt: 99 Feiernde wurden von den Hilfskräften behandelt. 2009 waren es 197.

Dabei war in der Altstadt nicht weniger los als im vergangenen Jahr. "Das kalte Wetter hatte keine Auswirkungen", sagt der Leitende Polizeidirektor Hans-Dieter Höhbusch. "Aber wir müssen den Jecken ein Lob aussprechen: Die Stimmung war fröhlich, freundlich - ein gelungener Start in den Straßenkarneval."

Allerdings wurden drei Menschen mit Flaschen vorsätzlich schwer verletzt. Höhbusch schildert einen Fall aus einer Altstadtkneipe: "Da standen zwei Männer am Tresen, haben sich zunächst nett unterhalten. Dann aber gerieten sie in Streit - und ohne Vorwarnung nahm einer von beiden eine Flasche vom Tresen und schlug sie dem anderen über den Kopf." Als die Türsteher ihn an die Luft setzten, habe der Mann dann noch mit einem Glas geworfen und eine Frau an der Lippe getroffen. Das sorgt die Polizei: Die Einsatzzahl nimmt zwar ab, die Schwere der Taten aber zu. Höhbusch: "Dort, wo es aggressiv wurde, war es immer noch eine Schippe mehr als im letzten Jahr." Es gab 15 Festnahmen, von den 23Personen im Gewahrsam waren acht erst 17 Jahre alt.

Stadt will nach Karneval ein Konzept für ein Glasverbot erarbeiten

Polizeipräsident Herbert Schenkelberg überzeugte sich unterdessen in Köln von der Wirkung des Glasverbots. "Wir sind überzeugter denn je, dass es sinnvoll ist, an kritischen Tagen und Orten ein Glasverbot zu verhängen", sagt Höhbusch. Die Stadt will nach den tollen Tagen die Kölner Erfahrungen auswerten und dann gegebenenfalls ein eigenes Konzept für Düsseldorf erarbeiten.

Immerhin: Auch ohne Verbot sank die Zahl der Schnittverletzungen von 166 auf jetzt 21. Der Ordnungsdienst verhängte Bußgelder von über 100 Euro gegen vier Feiernde, die mutwillig Flaschen zerdepperten. 47 Jugendliche wurden mit Alkohol erwischt. Die einzigen Betrunkenen aber, die vom Notarzt intensiv behandelt werden mussten, waren zwei erwachsene Frauen.

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