Gut 170000 Tempoverstöße hat die Stadt im vorigen Jahr registriert – das sind gut 43000 weniger Raser als noch 2007.

Ab dem 1.Februar drohen Rasern noch drastischere Geldstrafen als bisher.
Ab dem 1.Februar drohen Rasern noch drastischere Geldstrafen als bisher.

Ab dem 1.Februar drohen Rasern noch drastischere Geldstrafen als bisher.

Ab dem 1.Februar drohen Rasern noch drastischere Geldstrafen als bisher.

Ab dem 1.Februar drohen Rasern noch drastischere Geldstrafen als bisher.

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Ab dem 1.Februar drohen Rasern noch drastischere Geldstrafen als bisher.

Düsseldorf. Ein Audifahrer hat im vorigen Jahr den Vogel abgeschossen. Mit 214 Stundenkilometern wurde der Bleifuß im Juli auf der A44 geblitzt - erlaubt sind 100. Auf eine Reisegeschwindigkeit von 141 Sachen statt der erlaubten 50 brachte es ein Fahrer auf der Stockumer Kirchstraße. Zwei Beispiele von 169554. So oft haben die kommunalen Verkehrsüberwacher im vorigen Jahr zugeschlagen und forsche Verkehrsteilnehmer bei ihrer flotten Fahrt geblitzt.

Das klingt auf den ersten Blick nach rohen Sitten auf Düsseldorfs Straßen. In Wirklichkeit sind die Zahlen im Vergleich zu 2007 aber zurückgegangen (siehe Tabelle). "Ein Grund dafür sind unsere Kontrollen", sagt Herbert Windhövel, Referent im Ordnungsdezernat. Besonders die sieben stationären Überwachnungsgeräte (Starenkästen) würden Bleifüße ausbremsen. "Wenn die Standorte der Geräte bekannt sind, wird langsamer gefahren."

70000 Mal hat es im vorigen Jahr allein an der A44 geblitzt

An der A44, wo Tafeln auf die Kontrollen hinweisen, haben sich im vorigen Jahr fast alle Fahrer an die vorgeschriebene Geschwindigkeit gehalten. Knapp 70000 Mal hat es dort 2008 geblitzt. Was dramatisch klingt, macht in Summe aber nur 0,4 Prozent aller Autofahrer aus. "Selbst Fahrer, die unregelmäßig über die A44 fahren, wissen, dass dort geblitzt wird", sagt Windhövel.

Weniger Raser sind für die Stadt kein Grund, weniger zu kontrollieren. Im Gegenteil: Voriges Jahr wurden die Kontrollzeiten der mobilen Überwachung mit fünf Radarwagen ausgedehnt. Vor allem in Tempo-30-Zonen und in der Nähe von Schulen lauern die Blitzer. 151 Mitarbeiter, fünf Messwagen und 25 Motorroller sind für die Verkehrsüberwachung im Einsatz.

Abschreckung funktioniert bei mobilen Blitzern nur bedingt

Abschreckung funktioniert bei mobilen Kontrollen allerdings nicht so gut, wie das Beispiel Reeser Straße zeigt. In Höhe des Kinderspielplatzes wird munter nach Methode Bleifuß gebrettert: Jeder dritte Fahrer hält sich nicht an die Höchstgeschwindigkeit. Die Konsequenz: "Wir werden dort auch verstärkt kontrollieren", sagt Windhövel. Von Februar an wird es für Raser teuer. Der Bußgeld-Katalog wird kräftig aufgestockt. Der A44-Bleifuß ist im Juli mit 375 Euro Bußgeld noch glimpflich davon gekommen, ab der kommenden Woche müsste er 600 Euro blechen.

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (Bip) liegt bei 2500 Milliarden Euro. Düsseldorf (knapp 590000 Einwohner) hat ein Bip von 37,8Milliarden Euro und liegt damit in NRW auf Platz 2 hinter Köln (knapp eine Million Einwohner), das es auf 42 Milliarden Euro bringt. Auf den Plätzen 3 bis 5 folgen Essen, Dortmund und Duisburg.

Legt man die Wirtschaftsleistung auf die Zahl der Einwohner um, liegt Düsseldorf in NRW klar auf Platz 1: Ein Düsseldorfer erwirtschaftet danach 81324 Euro, dann folgen der Bayer-verwöhnte Leverkusener mit 78 401 Euro, der Krefelder mit 63 641, der Kölner mit 65 627 und der Duisburger mit 65334. Der Landesdurchschnitt beträgt 59857 Euro.

Eigentlich darf die Stadt nur an Unfallschwerpunkten blitzen, Ausnahmen sind Straßen rund um Schulen. Eine Unfallkommission, die sich regelmäßig trifft, überprüft Straßen, wo es vermehrt rumst und legt gegebenenfalls fest, ob dort verstärkt auf Temposünder geachtet werden muss. Das Ganze in Absprache mit der Polizei, die mit 19 Lasermess- und vier Radargeräten unterwegs ist. Wie viel Raser ihr ins Netz gegangen sind, wird im Februar im Verkehrsbericht veröffentlicht.

Einen Schönheitsfehler haben die städtischen Zahlen: Sie sind nicht allein wegen Bußgeldern oder Einsicht zurück gegangen. Weil alle sieben Starenkästen voriges Jahr auf digitale Technik umgerüstet wurden, waren sie je zweieinhalb Wochen nicht aktiv. Die Anlage am Südring war wegen der Straßensanierung fast das ganze Jahr nicht eingeschaltet. Mit einem, aus städtischer Sicht, unschönen Nebeneffekt: 2008 hat sie nur 5,8 Millionen Euro Bußgeld kassiert, 2007 waren es noch sieben Millionen.

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