Teilerfolg für die Initiative Pro Gaslicht: Politiker von CDU und FDP kündigen an, viele Leuchten erhalten zu wollen.

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Eifrig diskutiert wurde gestern bei WZ mobil am Carlsplatz.

Eifrig diskutiert wurde gestern bei WZ mobil am Carlsplatz.

Bernd Schaller

Eifrig diskutiert wurde gestern bei WZ mobil am Carlsplatz.

Düsseldorf. Die geplante Abschaffung der Gas-Laternen bewegt die Düsseldorfer. Intensiv wurde gestern bei WZ mobil am Carlsplatz diskutiert. Wie berichtet, will die Stadt 4500 historische Modelle auf LED umrüsten, die anderen 12 500 durch Stromlaternen ersetzen. Dieser Plan dürfte vom Tisch sein: Vertreter der Ratsmehrheit kündigten gestern einen neuen Vorstoß an.

 "Die Alt-Düsseldorfer Leuchten sollten auf Gasbetrieb bleiben", sagte CDU-Sprecher Andreas Hartnigk. Einen Schritt weiter geht Manfred Neuenhaus von der FDP: "In der Altstadt und in den Gründerzeitvierteln sollten alle Laternen stehen bleiben - mit Gasbetrieb." Auch alle anderen Leuchten wolle man erhalten, diese könnten aber auf LED umgerüstet werden. Die Abgrenzung überlasse man den Stadtteilparlamenten.

Initiative Pro Gaslicht freut sich, bleibt aber bei ihrer Forderung

Georg Schumacher, Sprecher der Initiative ProGaslicht, freut sich über diese Nachricht: "Das ist ein toller Fortschritt." Gleichwohl halte man an der Maximalforderung fest: Alle 17 000 Laternen sollen unter Denkmalschutz gestellt werden. Das bekräftigten auch seine Mitstreiter Dirk Schaper (Altstadtgemeinschaft) und Bäcker Josef Hinkel.

Dafür bekam die Initiative viel Zustimmung: "Warum muss man alles Traditionelle entfernen", fragt sich etwa WZ-Leser Peter Lehmbrock. Er will "das schöne, warme Licht" behalten. "Gas ist gemütlicher", meint auch Toni Hilger (84).

Ein echter Fan ist Andreas Messollen, der sogar eine Gaslampe mitbrachte: "In San Francisco wollte man auch mal die Cable-Cars abschaffen. Da wurden Sponsoren gesucht, die das verhindert haben." Er schlägt vor, dass man auch hier Paten für Gas-Laternen sucht: "Man könnte eine Stiftung gründen." Rolf Hölterhoff hat ausgerechnet: "Bis sich die Kosten für die Umrüstung amortisiert haben, vergehen rund 100 Jahre."

Der Bauausschuss stuft die Gasbeleuchtung als dauerhaft erhaltenswert ein.

Die Stadtwerke testen neuartige LED-Leuchten auf dem Fleher Deich. Es wird diskutiert, ob die neue Technik das Gas-Licht ablösen soll.

OB Dirk Elbers sagt über die historischen Modelle: "Aus ökologischen Gründen ist die komplette Umrüstung auf LED sinnvoll."

Für Barbara Kempen ist entscheidend, dass das Gaslaternen-Netz in der Welt einzigartig ist: "Das gibt man doch nicht ohne Not auf." - "Wer den geplanten Abbau mit Klimaschutz begründet, schießt mit Kanonen auf Spatzen", meint Klaus Lückerath. "Wie kann man nur etwas abschaffen, dass Alt-Düsseldorf heißt", fragt sich Uerige-Baas Michael Schnitzler.

Das sehen SPD und Grüne freilich anders. "LED-Licht spart 95Prozent Energie und 80Prozent CO2-Emissionen gegenüber Gaslicht", argumentiert Marcus Voelker von den Grünen. Schumacher konterte: "So schlecht ist die Bilanz nicht."

Durch Klimazertifikate könne man einen Ausgleich schaffen. Gerd Blatz und Philipp Tacer (beide SPD) überzeugt das nicht, sie sind für eine Umrüstung: "Den Unterschied zwischen LED- und Gaslicht können Laien gar nicht erkennen."

So hatten auch Dezernent Werner Leonhardt und OB Dirk Elbers argumentiert. Elbers bekräftige gestern auf WZ-Anfrage, dass er eher für eine Umrüstung historischer Laternen auf LED sei, sich nunmehr jedoch teils Gaslicht vorstellen könne. Aber: "Ich will keine Schnellschüsse." Man werde auf jeden Fall die Stadtteilparlamente an der Diskussion beteiligen.

© WhatsBroadcast

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