Nicht nur Holländer: Die Budenstädte locken Besucher aus praktisch allen Ecken der Welt an.

Die belgischen Familien van Passen und Bryon sind mit drei Generationen und zwei Autos aus Antwerpen nach Düsseldorf gereist.
Die belgischen Familien van Passen und Bryon sind mit drei Generationen und zwei Autos aus Antwerpen nach Düsseldorf gereist.

Die belgischen Familien van Passen und Bryon sind mit drei Generationen und zwei Autos aus Antwerpen nach Düsseldorf gereist.

Judith Michaelis

Die belgischen Familien van Passen und Bryon sind mit drei Generationen und zwei Autos aus Antwerpen nach Düsseldorf gereist.

Düsseldorf. Beim Gang über den Düsseldorfer Weihnachtsmarkt fallen einem im Stimmengewirr die vielen ausländischen Sprachen auf. Traditionell ist Düsseldorf im November und Dezember bei den Niederländern und Belgiern ein beliebtes Reiseziel. Mittlerweile kommen aber auch Besucher aus weit entfernten Ländern.

Am Rheinufer parken zahlreiche Busse dicht aneinander gereiht. Reisegruppen aus den angrenzenden Ländern werden so zu Tausenden nach Düsseldorf kutschiert. Der Busfahrer Stephane Verelst hat 45 Mitarbeiter eines Pubs aus der belgischen Stadt Kessel-Lo nach Düsseldorf gefahren. Seiner Meinung nach sind die deutschen Weihnachtsmärkte traditioneller und bieten eine größere Vielfalt an Kunsthandwerk an. „Ich werde auch selbst über den Weihnachtsmarkt schlendern.“

Direkt nebenan ruht sich der französische Busfahrer Franco Porcu aus dem 350 Kilometer entfernten Lens aus. „Der Düsseldorfer Weihnachtsmarkt hat einen guten Ruf. Ich war schon öfters hier. Viele Besucher schwärmen auf der Rückfahrt von der weihnachtlichen Stimmung in der Stadt“, berichtet er.

Die Düsseldorf Marketing & Tourismus GmbH vermeldet, dass insgesamt 1500 Busse in der Weihnachtszeit angemeldet sind. Davon kommt der Großteil (900) aus den Niederlanden, 360 aus Belgien und 30 aus Großbritannien. Die Tagesbesucher sollen im November und Dezember für über drei Millionen Euro Umsatz sorgen.

Die ausländischen Besucher genießen die Atmosphäre

Die Familien van Passen und Bryon sind mit zwei Autos aus Antwerpen angereist. Sie verbringen ein Wochenende in Düsseldorf und sind begeistert von der Vielfalt der Verkaufsstände. „Bei uns in Antwerpen ist der Markt viel kleiner und dort wird hauptsächlich Alkohol angeboten. Hier kann man gemütlich schlendern und entdeckt einzigartige Kunstwerke. Der Glühwein ist natürlich auch sehr lecker“, stellt Familienoberhaupt Peter van Passen den direkten Vergleich an. Seine Frau bewundert die Dekoration. Die belgische Familie fährt seit mehreren Jahren vor Weihnachten nach Düsseldorf.

In den Nachbarländern haben die Märkte nicht so einen hohen Stellenwert. Renate Loheyde, die 15 Jahre in Nordfrankreich gelebt hat, ist froh, wieder in Deutschland zu wohnen. „Das habe ich in Frankreich vermisst. Hier ist der Markt mehr auf Weihnachten ausgerichtet.“

Sie hat eine befreundete Familie aus der französischen Hafenstadt Dünkirchen zu Gast. Greg de le Piere, der mit seiner Familie zum ersten Mal in Düsseldorf ist, will auf jeden Fall wiederkommen: „In Frankreich sind die Märkte lieblos gestaltet, dort werden hauptsächlich Klamotten oder Handyhüllen verkauft. Hier ist es sehr schön und man findet viele Geschenke.“

Besonders bei den Händlern sind die ausländischen Besucher beliebt. Ayser Yilmaz verkauft in Düsseldorf seit 25 Jahren Tischdecken und Gardinen. Der Großteil ihres Umsatzes wird von Touristen getragen. „Die Deutschen gehen lieber zum Essen und Trinken auf den Markt“, beklagt die Händlerin. Deswegen ist sie froh, dass so viele Ausländer den Weihnachtsmarkt besuchen. Beliebt sind bei ihr die Engländer: „Die bezahlen die angeschriebenen Preise und kaufen sehr viel. Die Holländer verhandeln gerne, aber auch das ist in Ordnung.“

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