Die WZ hat eine erste Runde über den Weihnachtsmarkt am Schadowplatz gedreht.

Die WZ hat eine erste Runde über den Weihnachtsmarkt am Schadowplatz gedreht.
Die einen finden ihn zu steril, die anderen erinnert er an eine „verschneite Schneelandschaft“. Der Märchenmarkt am Schadowplatz löst bei den Besuchern gemischte Gefühle aus.

Die einen finden ihn zu steril, die anderen erinnert er an eine „verschneite Schneelandschaft“. Der Märchenmarkt am Schadowplatz löst bei den Besuchern gemischte Gefühle aus.

S. Lepke

Die einen finden ihn zu steril, die anderen erinnert er an eine „verschneite Schneelandschaft“. Der Märchenmarkt am Schadowplatz löst bei den Besuchern gemischte Gefühle aus.

Düsseldorf. Die Temperaturen sind noch nicht perfekt. Eigentlich müsste es jetzt knackig kalt sein und schön dunkel. Weihnachtlich fühlt es sich noch gar nicht an: Und dass obwohl um 13 Uhr schon von jeder Ecke „Last Christmas“ und „Jingle Bells“ tönt, alle mit einer Bratwurst herumlaufen, ihren Glühwein trinken und die ersten Gehetzten schon mit Geschenken durch die Stadt eilen. Oder vielleicht gerade deswegen?

Die Buden sind geschmückt und beleuchtet, die ersten Neugierigen betrachten die Auslagen und gehen weiter. Alles so wie immer. Fast, denn dieses Jahr läuft der Markt zum ersten Mal bis zum 30. Dezember. Neu ist auch der Märchenmarkt, der statt des umstrittenen Schwabenmarktes auf dem Schadowplatz steht. Seine Dächer sind mit Märchenmotiven verziert und er ist festlich beleuchtet. Außerdem sollen die Eisbahn am Corneliusplatz, das Zeltdach „Magic Sky“ mit Live-Musik, das Weihnachtslieder-Singalong und das neue Kinderprogramm für besinnliche Atmosphäre sorgen.

Verschrobene Holzbuden und weiße Winterhütten

Seit 24 Jahren steht die traditionelle Glühweinpyramide an der Flinger Straße und ist aus Düsseldorfs weihnachtlichem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. An Konstanze Schmelters Stand dreht sich seit 13 Uhr nicht nur die Pyramide auf dem Dach, sondern auch der Eierpunsch in den Maschinen. „ Wenn Sie nur bei uns trinken, dann haben sie am nächsten Tag keinen Kopf. Wir verkaufen nur Winzerglühwein“, verspricht Chefin Konstanze Schmelter, die das Geschäft in siebter Generation führt.

Die Schwestern Lisa und Anna Breuersbrock trinken bei ihr die erste Schokolade mit Schuss. „Um die Uhrzeit darf das sein“, betonen beide lachend. Man hätte viel vom Markt hier gehört, Krefeld sei wesentlicher kleiner. Nun wolle man schauen, was Düsseldorf alles zu bieten habe.

Das wissen Heiner Jene und seine Frau Ingrid ganz genau. Denn sie bezeichnen sich selbst nicht nur als Düsseldorfer Urgesteine, sondern auch als Weihnachtsmarktfans der ersten Stunde. Im Dezembermonat geht es für sie jedes Jahr nicht nur auf den hiesigen Markt, sondern auch nach Hamburg, Aachen oder Berlin. „Immer nur auf einen Markt zu gehen, finden wir langweilig. Wir entdecken gerne Neues“, verraten die Ratinger. Auf der Suche nach ihrem geliebten Raclettestand sind sie vor dem neuen Märchenmarkt stehengeblieben und schauen sich alles genau an.

Überzeugt sind sie jedoch nicht vom neuen Konzept. „Hier stehen einfach nur weiße Häuser auf dem Markt. Da hinten sind zwei geschmückte Bäume. Ich finde das viel zu steril. Auch wenn abends alles schön beleuchtet sein soll. Aber man ist doch kein Hans Guck in die Luft und schaut im Gewimmel noch oben“, sagt Heiner Jene. Märchenhaft sehe für ihn anders aus. „Alte, verschrobene Holzhütten mit viel Grün und schöner Dekoration so wie hinten am Kö-Bogen. Das ist für mich ein richtiger Weihnachtsmarkt, nicht so wie hier. Das ist ein Anfang, ein netter Versuch. Mehr aber auch nicht!“ So wie Heiner und Ingrid Jene geht es auch anderen Besuchern. Zumindest um die Mittagszeit hört man aus einigen Ecken: „Das ist aber weiß“ oder „weihnachtlich sieht das nicht wirklich aus.“

Anderer Meinung sind Patricia und Rolf Anheier, die aus Köln gekommen sind, um ihre Tochter zu besuchen und den Weihnachtsmarkt zu sehen. „Ich finde, dass es der Märchenmarkt wie eine verschneite Schneelandschaft wirkt. Mir gefällt er gut“, sagt sie. Ob sie eine Bratwurst essen und einen Glühwein trinken, das wüssten sie nicht. „Wir finden die Preise ganz schön happig. Vier Euro für einen Glühwein und dann noch eine Bratwurst dazu, das finden wir teuer. Wahrscheinlich können wir der Krakauer aber nicht widerstehen“, sagt Rolf Anheier.

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