Die Politik setzt die Verlängerung in diesem Jahr gegen die Stadt durch. Zudem sollen die Märkte kinderfreundlicher werden.

Die Politik setzt die Verlängerung in diesem Jahr gegen die Stadt durch. Zudem sollen die Märkte kinderfreundlicher werden.
Der Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus zählt seit jeher zu den beliebtesten in der Innen- und Altstadt. Archiv

Der Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus zählt seit jeher zu den beliebtesten in der Innen- und Altstadt. Archiv

Klaus Mauersberger (CDU) will erst Alternativen sehen.

Frank Spielmann (SPD) hält nicht viel vom Betreiber Artec.

Sergej Lepke, Bild 1 von 3

Der Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus zählt seit jeher zu den beliebtesten in der Innen- und Altstadt. Archiv

Düsseldorf. Die Innenstadt-Weihnachtsmärkte werden um eine Woche bis zum 30. Dezember verlängert. CDU, SPD und FDP stimmten im Ausschuss für Wirtschaft und Tourismus dafür, die Grünen dagegen. Am Donnerstag dürfte der Ordnungsausschuss nachziehen, am 6. April der Stadtrat. Damit endet eine jahrelange Debatte zumindest vorläufig. Denn die längeren Weihnachtsmärkte sind erst einmal nur ein Testlauf, im Frühjahr 2018 soll er ausgewertet werden.

Schausteller tragen die Verlängerung mit

Die Politik ignorierte damit mehrheitlich die Empfehlungen von Stadtspitze und Düsseldorf Tourismus (DT), die beim 23. Dezember als letztem Tag bleiben wollten. DT-Chef Frank Schrader begründete das mit Befragungen: „Bei einer Umfrage unter Besuchern war die Mehrheit gegen eine Verlängerung. Bei den Kunsthandwerkern, die zwei Drittel aller Stände ausmachen, waren gar nur 29 Prozent dafür.“ Nach Weihnachten kaufe halt kaum noch jemand ihre Waren. Nur die große Mehrheit (81 %) der gastronomischen Betreiber wolle die Märkte bis 30.12. Falls es zur Verlängerung komme, empfiehlt Schrader, keine halben Sachen zu probieren: „Also alle Märkte und alle Stände in der City bleiben offen, denn ein Testmarkt wäre völlig unattraktiv.“ Das sieht auch die Politik so, einen reinen Glühwein-Bratwurst-Reste-Markt will niemand. Die Anbieter würden das mittragen, sagt Oliver Wilmering, Sprecher der Schausteller in Düsseldorf: „Natürlich profitieren die Schmuck- und Kunsthandwerker von der Verlängerung bei weitem weniger als die Getränke- und Essbuden, dennoch wollen die meisten beim Versuch in diesem Jahr mitmachen.“

Den Schaustellern ist wichtig, dass die Weihnachtsmärkte nicht im Gegenzug später öffnen als am Donnerstag vor Totensonntag: „Wir wollen eine Verlängerung, keine Verschiebung“, betont Wilmering.

In diesem Jahr beginnt der Weihnachtsmarkt ohnehin erst am 23. November. Heiligabend und am ersten Weihnachtstag bleibt geschlossen, am zweiten Feiertag wird dann mittags geöffnet. Frank Spielmann (SPD): „Dann können endlich auch mehr komplette Familien einen Ausflug auf den Weihnachtsmarkt machen.“

Dann soll es auch mehr Angebote für Kinder geben. Schrader berichtete, dass die Befragung schlechte Noten in Sachen Kinderattraktionen auf den Märkten ergeben habe, „da müssen wir ran“. So soll auf dem Schadowplatz unter anderem ein Märchenmarkt etabliert werden. Generell indes will die DT dort nicht viel ändern. Vom neuen Lichtkonzept ist keine Rede mehr, das lohne nicht. Und die lange umstrittenen Hütten des „Schwabenmarktes“ sollen auch bleiben. Der Vertrag mit Liganova läuft zwar aus, die DT empfiehlt als „neuen“ Betreiber den Messebauer Artec, der schon als Subunternehmer von Liganova tätig war. Da aber will die Politik nicht mitspielen. Neben der SPD lehnte das auch die CDU ab: „Das ist eine dreifache Rolle rückwärts. Die Befragung ist nicht aussagekräftig, es reicht nicht, den Markt am Schadowplatz nur etwas aufzuhübschen, wir wollen ein Alternativkonzept der Düsseldorfer Schausteller sehen“, sagte Klaus Mauersberger.

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