Prozess gegen "Wehrhahn-Bomber"
Der Angeklagte sitzt im Saal des Landgerichts und hält sich einen Aktenordner vor sein Gesicht.

Der Angeklagte sitzt im Saal des Landgerichts und hält sich einen Aktenordner vor sein Gesicht.

Federico Gambarini

Der Angeklagte sitzt im Saal des Landgerichts und hält sich einen Aktenordner vor sein Gesicht.

Düsseldorf. Im Prozess um den Bombenanschlag am S-Bahnhof Wehrhahn vor fast 18 Jahren passt das Täter-Profil praktisch vollständig auf die Eigenschaften des Angeklagten. Die Analyse des Landeskriminalamts wurde gestern vor dem Landgericht vorgestellt.

Demnach war das Motiv des Anschlags Fremdenfeindlichkeit. Die Opfer seien als Ausländer gezielt ausgesucht worden, sagte eine Profilerin vor Gericht. Die Analytiker hatten die Eigenheiten des Anschlags ausgewertet, um Rückschlüsse auf den Täter zu ziehen.

Dieser müsse regionale Kenntnisse und eine Affinität zum Militär haben, Szene-Kontakte zu Schwarzmarkt- sowie Militaria-Kreisen und über Spezialwissen verfügen. Der im Prozess angeklagte Ex-Zeitsoldat Ralf S. war zur Zeit des Anschlags Militaria-Händler und machte aus seinem Fremdenhass keinen Hehl. Er wohnte in der Nähe.

Dem 51 Jahre alten Angeklagten mit Kontakten zur rechten Szene wird zwölffacher Mordversuch aus Fremdenhass vorgeworfen. Er bestreitet die Tat. Bei dem Bombenanschlag waren am 27. Juli 2000 zehn Menschen verletzt worden, einige von ihnen lebensgefährlich. Ein ungeborenes Baby starb im Mutterleib. Bei den Opfern handelt es sich um Zuwanderer aus Osteuropa. dpa

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