Nach der Verhaftung von Ralf S. stehen neue DNA-Untersuchungen auf dem Plan. Auch Zeugen werden noch vernommen.

Düsseldorf. Auch nach dem Durchbruch bei den Ermittlungen zum Bombenanschlag am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn vor fast 17 Jahren gehen die Ermittlungen weiter. Seit Dienstag sitzt der 50-jährige Ralf S. in Untersuchungshaft, weil er im Juli 2000 bei dem Anschlag zehn Menschen – mehrheitlich jüdische Spätaussiedler aus Osteuropa – schwer verletzt, ein ungeborenes Kind getötet haben soll.

Was den Düsseldorfer Mordermittlern noch fehlt, ist ein schlagender DNA-Beweis. Deshalb wurde S. nach der Verhaftung eine neue Probe entnommen, die jetzt mit den Tatortspuren abgeglichen werden soll. Zudem bestätigt Oberstaatsanwalt Ralf Herrenbrück auf Anfrage unserer Zeitung, dass es weitere mögliche Zeugen gibt, die erst jetzt befragt werden sollen. Man habe sie nicht vor der Festnahme kontaktieren wollen, damit sie sich nicht an die Öffentlichkeit oder gar an den Beschuldigten wenden konnten.

Ob es darüber hinaus weitere Ermittlungsansätze gibt, will Herrenbrück nicht sagen. Ebenso wenig zur möglichen Suche nach Mitwissern oder sogar Mittätern von S. Nach Überzeugung der Ermittler war der Verdächtige nicht eingebunden in rechtsextremistische Strukturen. Er verfügte zudem über alle Fähigkeiten, um das Attentat allein zu begehen. Auch die technische Überwachung des 50-Jährigen ergab offensichtlich keine Hinweise auf weitere Verdächtige. Dennoch kann wohl nicht sicher ausgeschlossen werden, dass noch jemand von der Tat wusste.

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