59-Jähriger hatte Heiligabend versucht, die Scheibe einer Weinhandlung einzuschlagen. Bei ihm besteht Wiederholungsgefahr.

Düsseldorf. Etwa noch ein Jahr hat Peter S. zu leben. Die Hälfte dieser Zeit wird der 59-Jährige vermutlich im Gefängnis verbringen. Denn am Donnerstag verurteilte ihn das Amtsgericht zu einer Haftstrafe von sechs Monaten ohne Bewährung. Heiligabend hatte der schwer Alkoholkranke versucht, die Scheibe einer Weinhandlung an der Hohe Straße einzuschlagen und war kurz danach gefasst worden. Das Gericht geht davon aus, dass Peter S. weitere Straftaten begehen würde, wenn man ihn auf freien Fuß setzt.

Straftaten ziehen sich wie ein roter Faden durch das Leben des Angeklagten. Immer wieder wurde er wegen Diebstahls verurteilt und landete im Gefängnis. Am 1. August wurde er entlassen und in der Unterkunft der Franziskaner aufgenommen. Bei einer Routineuntersuchung stellte man fest, dass Peter S. schwer an Lungenkrebs erkrankt ist: „Die Ärzte geben mir noch ein Jahr. Ich möchte auch keine Therapie, um mein Leben ein paar Wochen zu verlängern.“

Den Pflasterstein hatte der Angeklagte noch in der Hand

Seit der Diagnose leidet der 59-Jährige an Depressionen, die er offenbar mit Alkohol bekämpft. Auch am Heiligen Abend, als Peter S. gegen 22.28 Uhr eigentlich schon auf dem Heimweg war. Der Mann dachte nicht lange nach, als er einen Stein aufhob: „Ich habe nicht mehr viel vom Leben zu erwarten.“ Doch der Versuch, an Alkohol zu kommen, scheiterte: „Die Scheibe war aus Panzerglas.“ Er habe sich dann nach einem anderen Geschäft umgesehen. Als eine Polizeistreife den Mann festnahm, hatte er den Stein noch in der Hand.

Trotz der schweren Erkrankung erfüllte die sich die Hoffnung auf eine Bewährungsstrafe nicht. Denn die Amtsrichterin und die Staatsanwältin waren sich einig, dass Peter S. ähnliche Straftaten begehen wird, um an Alkohol zu kommen. Hinzu kamen das lange Strafregister und die Weigerung des Angeklagten, seine Lungenkrebs-Erkrankung behandeln zu lassen. Wegen Fluchtgefahr muss der notorische Dieb auch weiterhin im Gefängnis bleiben.

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