Amt lehnt zwei Bauvorhaben ab. Grund: Zu wenig Stellplätze. Laut Asta kommt aber nur jeder Vierte mit dem Auto.

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Asta-Vorsitzende Yasemin Akdemir kritisiert die Haltung der Stadt: „Nicht jeder hat ein Auto.“

Asta-Vorsitzende Yasemin Akdemir kritisiert die Haltung der Stadt: „Nicht jeder hat ein Auto.“

So soll das Wohnheim an der Universitätsstraße 3 aussehen. Mehr als 100 Studenten könnten hier unterkommen. Grafik: Studentenwerk

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Asta-Vorsitzende Yasemin Akdemir kritisiert die Haltung der Stadt: „Nicht jeder hat ein Auto.“

Düsseldorf. Der Wohnungsmarkt ist hart umkämpft. Besonders Studenten müssen oft lange suchen, bis sie eine günstige Bleibe gefunden haben.

Nächstes Jahr dürfte die Situation wegen der doppelten Abiturjahrgänge besonders schwierig werden. Das Studentenwerk wollte darauf vorbereitet sein und hat Ende 2011 und Anfang 2012 Bauanträge für zwei neue Studentenwohnheime eingereicht.

Eine Baugenehmigung dafür hat die Stadt aber nicht erteilt, denn: Sie hat in der Stellplatzverordnung festgelegt, dass beim Bau einer Wohnung jeweils ein vorhandener Parkplatz vom Investor nachgewiesen werden muss. Ausnahmen für Studentenwohnheime gibt es nicht.

173 Wohnungen hätten 2013 fertig sein können

Insgesamt sollten an Brinckmann- und Universitätsstraße 173 Wohnplätze für Studenten entstehen. Für die Brinckmannstraße kann sich das Studentenwerk vielleicht noch mit der Stadt einigen: „Wir können die Stellplätze an der Strümpellstraße zur Verfügung stellen“, sagt Heinz-Walter Pfeiffer, beim Studentenwerk für die Projekte zuständig.

An der Universitätsstraße sieht es anders aus. „Die Stadt wollte, dass wir die Stellplätze auf dem Uni-Gelände eintragen. Es ist aber eher unwahrscheinlich, dass die Uni dem zustimmt. Auch dort wird der Platz gebraucht.“ Das Studentenwerk überlegt jetzt, vor dem Verwaltungsgericht gegen die Stadt zu klagen.

Über die Reaktion der Stadt zeigt sich Pfeiffer verwundert: „Bei Vorgesprächen war immer die Rede davon, dass wir einen Parkplatz für fünf Wohnungen nachweisen sollen.“ Warum die Stadt nun einen Schlüssel von eins zu eins fordert, sei ihm nicht klar. „Zahlreiche Erhebungen zeigen ein völlig anderes Bild“, sagt Pfeiffer.

Die Stadt äußerte sich trotz mehrfacher WZ-Anfragen nicht

Asta-Vorsitzende Yasemin Akdemir schätzt, dass maximal jeder vierte Student mit dem Auto kommt. „Bei privaten Wohnheimen macht eine Eins-zu-Eins-Regelung vielleicht Sinn. Das Studentenwerk nimmt aber auch bedürftige Studenten auf. Da hat sicher nicht jeder ein Auto.“

Dass die neuen Wohnheime noch für die Doppeljahrgänge zur Verfügung stehen, ist aussichtslos. Auch dann, wenn es jetzt eine Genehmigung gäbe, würden die Bauten nicht rechtzeitig fertig werden.

Allerdings ist eine Genehmigung ohnehin nicht in Sicht: Ein privater Investor, der ein Wohnheim an der Mindener Straße geplant hatte, ist sogar vor Gericht an dieser Frage gescheitert.

Das Studentenwerk geht davon aus, dass nächstes Jahr kaum ausreichend Wohnraum zur Verfügung steht. Pfeiffer: „Wir versuchen jetzt, das Kontingent an Notschlafplätzen massiv zu erhöhen.“

WZ-Anfragen zum Thema sind von der Stadt zwei Tage lang nicht beantwortet worden. Dafür hat die SPD reagiert. SPD-Fraktionschef Markus Raub meint: „Es wäre sehr zu begrüßen, wenn sich die Verwaltung endlich bewegen würde.“

Ein SPD-Antrag, den Stellplatzschlüssel für Studentenappartments zu ändern, liegt dem Rat seit Juli vor – er wurde aus Zeitgründen noch nicht behandelt.

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