Bis zur Hochwassersaison im November soll der Deich im Düsseldorfer Norden fertig sein. Die Arbeiten laufen.

So entsteht die Spundwand: Arbeiter pressen „Am Damm“ Stahlbohlen mit einer hydraulischen Maschine (rechts) in die Erde zwischen Rhein und Wohngrundstücken.
So entsteht die Spundwand: Arbeiter pressen „Am Damm“ Stahlbohlen mit einer hydraulischen Maschine (rechts) in die Erde zwischen Rhein und Wohngrundstücken.

So entsteht die Spundwand: Arbeiter pressen „Am Damm“ Stahlbohlen mit einer hydraulischen Maschine (rechts) in die Erde zwischen Rhein und Wohngrundstücken.

Judith Michaelis

So entsteht die Spundwand: Arbeiter pressen „Am Damm“ Stahlbohlen mit einer hydraulischen Maschine (rechts) in die Erde zwischen Rhein und Wohngrundstücken.

Düsseldorf. Zu Beginn der nächsten Hochwassersaison Anfang November soll das 550 Meter lange Wittlaerer Deichstück am Mündelheimer Rheinbogen fertig saniert sein. Dies erklärte gestern Kristian Lütz, Leiter der Abteilung Wasserbau im Stadtentwässerungsbetrieb, während einer Besichtigung des gesamten Projektes unter den Augen unter anderem von NRW-Umweltminister Johannes Remmel.

Während die Polit-Vertreter unter Beteiligung auch des Düsseldorfer Stadtdirektors Manfred Abrahams den Spaten für den 6,7 Kilometer langen Neubau des Deiches symbolisch in den Boden stachen, wurde einen Kilometer weiter tatsächlich schwer gearbeitet. „Der überwiegende Teil der Spundwand ist errichtet“, erläuterte Lütz. Von weit über 800 Stahlbohlen seien schon über 600 in den Boden eingebracht. Seit Ende März laufen hier die Arbeiten für den Hochwasserschutz. Wegen des fehlenden Raumes durch die Bebauung habe man auf eine Spundwand in der Böschung des heutigen Deiches zurückgreifen müssen.

Press-Verfahren zum ersten Mal in Düsseldorf

Eine Premiere für Düsseldorf ist dabei das Verfahren: Zum ersten Mal wird eine hydraulische Maschine in der Landeshauptstadt dafür angewendet. Statt die bis zu 9,15 Meter langen Bohlen in die Erde zu schlagen oder zu rütteln, werden sie hineingepresst. Der Vorteil für die Anlieger nur ein paar Meter weiter: kaum Lärm und keine Vibrationen am und im Gebäude.

Auf eine Länge von mehreren hundert Meter ist die Spundwand zwischen Bockumer Straße in Wittlaer und dem Ausflugslokal Aschlöksken auf Duisburger Boden bereits gewachsen. Die nahtlos ineinander geschobenen und teils miteinander verschweißten Stahlschienen könnten laut Lütz schon so einen Schutz gegen mögliches Hochwasser bieten. Richtig dicht werde der neue Deich aber erst durch die Ummantelung mit Erde.

Im Ernstfall: Wasser würde durch den alten Deich sickern

Nötig sei die Sanierung, weil das Hochwasser nach heutigen Erkenntnissen durchsickern würde. Lütz: „Ein Deich wird mit der Zeit mürbe.“ Auch die Höhe der bisherigen Krone sei nicht mehr zeitgemäß.

Der Deichabschnitt im Bereich Wittlaer ist Bestandteil des Projektes „Sanierung und Deichrückverlegung im Rheinbogen Mündelheim“. Düsseldorf und Duisburg kooperieren hierbei: „Wir erleben hier ein Stück interkommunaler Arbeit“, sagte Stadtdirektor Abrahams gestern. Weil die Landeshauptstadt aber nur einen kleinen Anteil an dem Projekt hat, bezeichnete er sich gestern als „Juniorpartner“.

Sie müsse durch eine Mauerkonstruktion auf der künftigen Spundwand um 50 Zentimeter noch erhöht werden. Während der eigentliche Deich schon im November fertig sein soll, kann sich das Ende des Gesamtprojektes laut Lütz noch bis ins nächste Jahr schleppen. Vorgesehen ist auch ein Weg für Fußgänger neben dem neuen Deich zur Rheinseite. Die anteiligen Kosten für das vom Land geförderte Projekt betragen für Düsseldorf etwa 700 000 Euro.

Deutlich tiefer muss Duisburg in die Tasche greifen, allerdings für einen Deich mit einer Länge von 6,2 Kilometern, der zudem noch weit vom Rhein zurückverlegt wird, um so genannten Rententionsraum zu schaffen. Dort kann sich das Hochwasser ausbreiten – auch zum Schutz der Anwohner in Wittlaer. 4,5 Millionen Euro steuert Duisburg dazu. 57 Millionen Euro kostet die gesamte Baumaßnahme.

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