Nach der Brandserie herrscht große Unruhe in der Altstadt. Die Polizei hat eine vierköpfige Sonderkommission eingerichtet.

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Blumenhändlerin Claudia Vier: „Bedrückend, aber harmonisch.“ (oben)Joachim Djürken: „Man kann nicht alles absperren.“ (unten)

Blumenhändlerin Claudia Vier: „Bedrückend, aber harmonisch.“ (oben)Joachim Djürken: „Man kann nicht alles absperren.“ (unten)

Stefan Arend

Blumenhändlerin Claudia Vier: „Bedrückend, aber harmonisch.“ (oben)Joachim Djürken: „Man kann nicht alles absperren.“ (unten)

Düsseldorf. Drei Brände in der Nacht zum Donnerstag, mindestens fünf weitere in der Nacht zum Sonntag. In der Altstadt und auf dem Carlsplatz gab es am Montag nur ein Thema - die Brandserie. Wie Polizeisprecher Wolfgang Rodax erklärte, wurde inzwischen eine vierköpfige Ermittlungskommission eingerichtet, die von einem Brandsachverständigen unterstützt wird. Eine heiße Spur gibt es noch nicht: "Wir haben lediglich einen vagen Hinweis auf einen etwa 1,85 Meter großen Mann, der in einer Gaststätte auf die Toilette gegangen ist und das Lokal gleich wieder verließ."

Ausgebrannter Markthändler soll Samstag wieder öffnen

Ein wenig Trost gibt es für Obst- und Gemüsehändler Willi Andree, dessen Wagen auf dem Carlsplatz ein Raub der Flammen wurde. Seine Nachbarn haben beim Aufräumen geholfen. "Wir haben hier noch Gemeinschaftssinn", sagt Blumenhändlerin Claudia Vier, "die Atmosphäre ist bedrückend, aber harmonisch." Peter Latzen, der Chef der Markthändler, hofft, dass Andree schon am Samstag wieder verkaufen kann: "Zumindest mit einem Behelfswagen."

Diskutiert werden soll nun, ob für den Carlsplatz ein Wachdienst engagiert wird. Auch Überwachungs-Kameras sind im Gespräch. "Man kann nicht den ganzen Platz absperren. Das ist viel zu teuer", erklärt Joachim Djürken, der Schuhmachermeister vom Carlsplatz, der glaubt, dass die Täter wahllos zugeschlagen haben.

Feuerteufel sollen noch in anderen Gaststätten gewesen sein

Besorgt sind auch die Altstadt-Gastronomen, denn vier der Brandanschläge galten Gaststätten. Möglicherweise schlugen die Feuerteufel sogar noch öfter zu. "Ich habe auch noch mit anderen Kollegen gesprochen, wo ebenfalls brennendes Papier in die Lüftungsschächte gesteckt wurde," sagt Groß-Gastronom Frank Engel, "die haben aber nicht die Polizei gerufen, weil sie meinen, dass das nichts bringt."

Rätsel gibt die Brandserie auch den Ermittlern auf. "Von der zeitlichen Abfolge her könnten das Gelegenheitstäter auf dem Nach-Hause-Weg gewesen sein", so Wolfgang Rodax. Auf der anderen Seite habe es eine solche Brandserie in der Altstadt noch nicht gegeben. Ungewöhnlich seien vor allem die Anschläge in den Gaststätten. Für unwahrscheinlich hält die Kripo, dass die Brandserie mit Schutzgeld-Erpressung zu tun haben könnte. Es werden dringend Zeugen gesucht, die sich unter Telefon 8700 bei der Sonderkommission melden sollen.

In der Nacht zum Donnerstag werden drei Brände gelegt. 100 000 Euro Schaden entstehen, als ein Haus an der Schneider-Wibbel-Gasse brennt. Außerdem gehen eine Baubude aus Holz an der Schadowstraße und ein Container am Jan-Wellem-Platz in Flammen auf.

In drei Altstadt-Gaststätten werden brennende Papiertücher in Lüftungsanlagen gesteckt. Die Anschläge werden rechtzeitig entdeckt. Am Carlsplatz geht ein Obst -und Gemüsestand in Flammen auf: 100 000 Euro Schaden. Außerdem brennt am Graf-Adolf-Platz ein Peugeot.

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