Justitia
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Daniel Reinhardt

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Düsseldorf. Ganz schön schlagfertig, allerdings auch ziemlich dreist: Als Ahmet D. (20, Namen geändert) von einem Zeugen erwischt wurde, als er in einen Kiosk einbrach, sagte er trocken: „Ich bin ein Verbrecher und mache hier nur meine Arbeit.“ Seinen „Lohn“ bekam er dann von seiner Richterin. Sie verurteilte ihn zu eineinhalb Jahren Bewährungsstrafe.

Der junge Mann hat bereits Knasterfahrung. Schon als 14-Jähriger saß er das erste Mal auf der Anklagebank. Und es folgten mehrere Verurteilungen. „Ich habe falsche Freunde gehabt“, sagte er gestern. Mehrfach hatten ihm die Richter empfohlen, sich von seiner Clique fernzuhalten. Als Erziehungsmaßnahme verbrachte er sogar ein Jahr in Bulgarien. Zurück bei seiner Mutter, lernte er seine heutige Freundin kennen und lieben. „Ihretwegen habe ich mich geändert“, beteuerte er. „Ich habe von meinen alten Freunden Abstand gehalten und war nur noch mit ihr unterwegs.“ Er versuchte sogar, den Realschulabschluss nachzumachen.

Aber damit scheiterte er. Am Tattag geriet er mit seiner Freundin aneinander. Schuld war die Schwägerin. Sie behauptete, Ahmet D. sei untreu. Die Freundin war entsetzt und ließ sich nicht mehr beruhigen. Frustriert betrank sich Ahmet D., dann schlug er die Scheibe seines Stamm-Kiosks ein. Dabei wurde er von einem Taxifahrer beobachtet. Als der ihn ansprach, meinte Ahmet D.: „Ich bin ein Verbrecher und mache nur meine Arbeit. Sie sind Taxifahrer, machen Sie Ihre Arbeit!“ Später wurde er von der Polizei aufgegriffen.

Ebenfalls vor Gericht stand Ani M. (31). Er war bereits nach 15 Autoaufbrüchen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt und aus der Haft entlassen. Einen Tag später machte er sich wieder an Autos zu schaffen. Aus einem stahl er Hammer und Werkzeug und benutzte beides, um weitere Autos aufzubrechen. Diesmal konnte er nicht mit Gnade des Gerichts rechnen: Jetzt sitzt er erstmal eineinhalb Jahre lang. B.K.

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