Am Montag jährte sich der Tag, an dem es der Polizei nach einer langen Jagd gelang, den „Vampir von Düsseldorf“ zu verhaften.

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Peter Kürten hielt 1929 mit einer Reihe von Morden und Mordversuchen die Düsseldorfer Bevölkerung in Atem.

Peter Kürten hielt 1929 mit einer Reihe von Morden und Mordversuchen die Düsseldorfer Bevölkerung in Atem.

Stadtarchiv

Peter Kürten hielt 1929 mit einer Reihe von Morden und Mordversuchen die Düsseldorfer Bevölkerung in Atem.

Düsseldorf. Auf dem Vorplatz der Rochus-Kirche in Pempelfort gelang es der Düsseldorfer Polizei am 24. Mai 1930 den gesuchten Serienmörder Peter Kürten festzunehmen. Statt sich gegen seine Festnahme zu wehren, spottete dieser: "Da habt ihr aber lange für gebraucht."

Damit nahm einer der spektakulärsten und unheimlichsten Kriminalfälle in der Geschichte Düsseldorfs ein ebenso kurzes wie schmerzloses Ende. Vorausgegangen waren 15 lange Monate, die Düsseldorf in Angst und Schrecken hielten.

Seit Februar 1929 beunruhigte eine Reihe von Morden und Mordversuchen die Bevölkerung. Die Opfer waren zumeist junge Frauen, die der Triebtäter, ein Charmeur und Verführungskünstler, in die Nähe von Parkanlagen und Waldgegenden in und um Düsseldorf lockte, wo er sich an ihnen verging.

Schon bald war von einem "Phantom" die Rede, denn die Täterbeschreibungen wichen stark voneinander ab (der 47-jährige Täter wurde von einigen Augenzeugen als Mitte zwanzig beschrieben), und trotz zahlreicher Spuren und Hinweise tappte die Polizei auch nach einem Jahr noch völlig im Dunkeln.

Es ging das Gerücht um, der Mörder trinke das Blut seiner Opfer

Es ging sogar das Gerücht um, der Mörder trinke das Blut seiner Opfer. Daher ist der Fall als der des "Vampirs von Düsseldorf" in die Kriminalgeschichte eingegangen. In der Bevölkerung herrschte eine beispiellose Hysterie und es mangelte nicht an gegenseitigen Denunziationen und vermeintlichen Geständnisbriefen. Letztere waren so zahlreich, dass die Polizei die Briefe des tatsächlichen Mörders, die Hinweise auf weitere Opfer enthielten, beinahe übergangen hätte.

Ein Zufall führte die Polizeibehörde schließlich doch noch auf die richtige Fährte: Der Brief einer jungen Frau, in dem sie einer Freundin schildert, wie sie dem gesuchten Mörder entkommen konnte, sich jedoch fürchte, den Vorfall anzuzeigen, gelangte an einen falschen Adressaten. Dieser wiederum leitete den Brief an die Polizei weiter, was den Stein ins Rollen brachte.

Die Spur führte in die Mettmanner Straße zu einem gewissen Peter Kürten; einem Arbeitslosen, der jedoch inzwischen flüchtig war. Den entscheidenden Hinweis, dass Kürten sich am Nachmittag des 24. Mai 1930 vor der Rochus-Kirche aufhalten werde, gab schließlich die Ehefrau des Mörders.

Kürten, bereits wegen Diebstahls, Brandstiftung und anderer Delikte vorbestraft, war noch am Tag seiner Festnahme geständig. Wohl nicht zuletzt aufgrund der Presse, die Kürten große Aufmerksamkeit schenkte, plauderte er frei aus dem Nähkästchen und prahlte gar mit seinen Untaten.

Der Urteilsspruch kam deswegen nicht unerwartet: Nach einem zehntägigen Schwurgerichtsprozess wurde Kürten wegen neunfachen Mordes sowie wegen Mordversuchs in sieben Fällen zum Tode verurteilt. Eine Geisteskrankheit konnte nicht diagnostiziert werden und das Gnadengesuch der Verteidigung wurde abgelehnt, womit dem aus der Bevölkerung zu vernehmenden Ruf nach Vergeltung entsprochen wurde.

Das Todesurrteil gegen Peter Kürten wurde am 2. Juli 1931 vollstreckt.

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