Die Jecken feierten weitgehend friedlich. Viele der Schnapsleichen waren Jugendliche.

Für den 16-Jährigen aus Essen endet der Rosenmontag im Marienhospital.
Für den 16-Jährigen aus Essen endet der Rosenmontag im Marienhospital.

Für den 16-Jährigen aus Essen endet der Rosenmontag im Marienhospital.

Judith Michaelis

Für den 16-Jährigen aus Essen endet der Rosenmontag im Marienhospital.

Düsseldorf. Für die vier Jungs aus Essen ist der lustige Rosenmontag um 15.30 Uhr schlagartig vorbei. Mit betretenen Mienen stehen sie vor dem Sanitätszelt am Burgplatz. Drinnen wird gerade ihr 16-jähriger Freund behandelt. "Er hat zu viel getrunken, ist gestürzt und mit dem Gesicht auf eine Scherbe gefallen. Jetzt müssen wir wohl den Eltern Bescheid sagen, was passiert ist", sagt Thorsten (18).

Eine Liege weiter kommt die zwölfjährige Romina aus Oberhausen zu Kräften. Sie ist unterkühlt und unterzuckert. "Plötzlich hat sie nichts mehr gehört und ist zusammengebrochen. Das war wohl die Aufregung", vermutet ihre Tante Janette Teixeria. Ihrer Nichte geht es inzwischen schon wieder etwas besser: "Nächstes Jahr komme ich auf jeden Fall wieder", sagt die Schülerin.

Notarzt Frank Bernhardt ist seit 15 Jahren beim Zoch im Einsatz

Für Notarzt Frank Bernhardt ist der Dienst an Rosenmontag bislang ziemlich ruhig verlaufen. "Wir hatten vier meist sehr junge Leute mit einer Alkoholvergiftung, mehrere Jecken mit Kreislaufproblemen und zwei Menschen, die durch Kamelle, die auf ihrer Nase gelandet sind, verletzt wurden", berichtet Bernhardt, der seit 15 Jahren an Rosenmontag als Arzt im Einsatz ist.

An der Ecke Andreasstraße/Mertensgasse ist die Straßenparty im vollen Gange. Während alle feiern, sitzt ein junger Mann mit kreidebleichem Gesicht an einer Hauswand. Die Schnapsflasche liegt noch neben ihm. Beobachtet werden die Feiernden von mehreren Bereitschaftpolizisten. "Wir hatten bislang nur kleinere Rangeleien", sagt einer der Beamten.

Etwas massiver geht es gegen 16 Uhr am Hauptbahnhof zur Sache. Dort liefern sich Jugendliche eine Schlägerei. Einen 18-Jährigen erwartet nun ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung. Um 18 Uhr geraten zwei junge Frauen aneinander. Als die Polizei dazwischen geht, beißt eine 17-Jährige einen der Beamten in den Unterarm und verletzt ihn dabei leicht. Bei einem anderen Jugendlichen (17) finden die Beamten einen Böller und einen Schlagring.

Insgesamt fällt die Polizeibilanz positiv aus. Die Beamten mussten seltener eingreifen. Für fünf (Vorjahr 13) betrunkene Randalierer endete der Karneval auf der Wache. Drei Personen (Vorjahr 17) wurden wegen Widerstands und gefährlicher Körperverletzung vorläufig festgenommen. Für 32 (Vorjahr 56) Jecken gab es von der Polizei einen Platzverweis. Insgesamt waren 900 Polizisten am Montag im Einsatz.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer