Richtiger Marktbetrieb herrscht hier seit 100 Jahren. Den Platz gab es aber vorher schon.

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So sah der Carlsplatz von 1914 bis 1923 aus.

So sah der Carlsplatz von 1914 bis 1923 aus.

Stadtarchiv

So sah der Carlsplatz von 1914 bis 1923 aus.

Düsseldorf. Der Carlsplatz verdankt seine Existenz der südlichen Stadterweiterung Düsseldorfs, die mit Kurfürst Jan Wellem schon begonnen, unter Kurfürst (Carl)Karl-Theodor vollendet wurde. Nach vielen Namensgebungen zu verschiedenen Zeiten (mal Carl-Platz, Karlsplatz, Carlsplatz oder Karl-Platz) heißt der heutige Platz "Carlsplatz", nachdem die Initiative des Heimatvereins "Alde Düsseldorfer" im Jahr 2001 diesen Namen für den Platz "erkämpfte". Vorerst diente der Markt ab 1787 nicht zu Marktzwecken, sondern war ein kleiner Exerzier- und Paradeplatz für die Garnisonen in der nächsten Umgebung.

Aus der Anfangszeit des Platzes wird in einer Altstadtbeschreibung berichtet, dass der Lustfeuerwerker Girandolini auf dem Platz Feuerwerke abbrannte und ein Amphitheater errichtete. Als der bisherige alte Marktplatz vor dem Rathaus zum Carlsplatz verlegt werden sollte, gab es jahrelange Streitereien, die auch in Schlägereien und Polizeiaktionen ausarteten. Die Altstädter-Marktleute waren verärgert darüber, dass bei den vielen Attraktionen, die der Carlstädter Markt bot, ihnen die Kundschaft wegblieb, zumal sie auch keine steuerlichen Vergünstigungen erhalten hatten, wie die Carlstädter.

Nach Anwohnerbeschwerden wurden die Märkte verboten

Für drei Tage gab es in den 1890er Jahren einen Nikolausmarkt, einen Pelzmarkt im Oktober und zu St. Martin einen "Lampen- und Halbfastenmarkt". Daneben war der Platz auch ein beliebter Fastnachts-, Kirmes- und Puppenspielort, z.B. gastierte das Millowitsch-Theater. Hier stand noch ein Hoppeditz-Denkmal (Lithographie 1841), das im Karneval mit allerlei buntem Spektakel umrankt wurde. Der Zauberer Mellini, der mit zur Gründung des Düsseldorfer Apollo-Theaters an der Königsallee anregte, trat hier in den 1890er Jahren in einem Bretterbau auf. Märkte und Vergnügungsveranstaltungen nahmen derartige Ausmaße an, dass sie nach Anwohnerbeschwerden verboten wurden.

Zwischen den Weltkriegen lebte das Markttreiben auf dem Carlsplatz aber wieder auf und der Rathaus-Markt wurde nur noch zu einem kleinen "Obst- und Gemüsemarkt". Rings um den Platz gab es andere Häuser, in denen Veranstaltungen stattfanden. Zum Beispiel Carlsplatz 18: Dort standen der "Kaiser-Garten" oder das Varieté Orpheum oder die "Karlplatz-Lichtspiele" mit etwa 600 Plätzen. Nicht zu vergessen das Kino im Karlplatz-Bunker: "Die Kurbelkiste" (1952 bis 1968).

Nach dem neuen Aufleben eines Dauerbetriebes als Markt im Jahr 1958 gilt der Carlsplatz heute als der NRW-Spezialitäten-Wochenmarkt und als ein Juwel von Düsseldorf! Altweiberdonnerstag ist hier die Möhne los, das Radschlägerturnier ist an den Rhein gewandert. Heute ist nach massiven Umbauten des Carlsplatzes für die Händler im Bunkerbereich unter dem Platz mehr nutzbarer Raum geschaffen worden.

Um den Carlsplatz bis 1998 umzubauen, mit einem umstrittenen Stahl- und Glasdach und Gastronomiebereich am Brunnen im Westen, mussten die Händler etwa ein halbes Jahr ausgelagert werden: auf den Gustaf-Gründgens-Platz.

Internationale und nationale Prominenz holt sich heute auf dem Carlsplatz fürs "Promi-Dinner" das passende Gemüse oder Geschnetzeltes genau wie Düsseldorfer aus allen Teilen der Landeshauptstadt: "Op’m Carlsplatz - wo denn sons?"

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