Sechs Jugendliche aus dem Düsseldorfer Süden haben ihre Erfahrungen mit dem Alkohol in einem Film dokumentiert.

Zur Premiere ihres Films „A – Wie ist es mit dem Alkohol?“ im Treffpunkt Reisholz stoßen die Jugendlichen mit Limonade und Cola an.
Zur Premiere ihres Films „A – Wie ist es mit dem Alkohol?“ im Treffpunkt Reisholz stoßen die Jugendlichen mit Limonade und Cola an.

Zur Premiere ihres Films „A – Wie ist es mit dem Alkohol?“ im Treffpunkt Reisholz stoßen die Jugendlichen mit Limonade und Cola an.

Stefan Arend

Zur Premiere ihres Films „A – Wie ist es mit dem Alkohol?“ im Treffpunkt Reisholz stoßen die Jugendlichen mit Limonade und Cola an.

Düsseldorf. Der Treffpunkt Reisholz der Düsseldorfer Diakonie liegt inmitten einer grauen Hochhaussiedlung im Stadtteil Hassels-Nord, einem der sozialen Brennpunkte der Stadt. Viele Jugendliche stammen aus der ehemaligen Sowjetunion und haben bereits Erfahrungen mit Gewalt, Drogen und Alkohol gemacht.

Umso ungewöhnlicher ist das Film-Projekt "A - Wie ist es mit dem Alkohol?", das sechs russischsprachige Jugendliche hier realisiert haben. Offen und kreativ setzten sie sich in dem Film mit dem Thema Alkohol und Sucht auseinander. Unterstützt wurden sie dabei von Mitarbeitern der Diakonie und der Migrantenselbstorganisation "IKS".

Ergebnis ist eine schrille Komödie, in der ein Trinker, ein Sportler, ein Rapper und ein Philosoph in einer fiktiven Talkrunde ihre Meinung zum Alkoholkonsum kundtun. Beleuchtet werden dabei auch Klischees und Vorurteile. So gibt der Trinker Pipitov Aleksej Wodkowitsch alias Dimitrij Polyak an, dass er noch nie richtig betrunken war, weil er als Russe den Wodka besser vertrage als andere. Und der Fitnesstrainer Niki Schorke, alias Nikola Urosevic, verzichtet ganz auf Alkohol, weil der sich nicht mit Anabolika verträgt. Christian Heynen vom Treffpunkt Reisholz: "Die Dialoge und Statements haben die Jugendlichen beim Dreh improvisiert. Sie sprechen in ihrer eigenen Sprache, haben viele Situationen bereits selbst erlebt."

"Wenn man von Freunden bedrängt wird, ist es sehr schwer, nein zu sagen"

So auch eine Szene, in der es darum geht, dass eine Clique ihren Kumpel drängt, bei einem Saufgelage mitzumachen. Dimitrij Polyak (19): "Wenn man von seinen Freunden bedrängt wird, ist es sehr schwer nein zu sagen." Der Gruppendruck, da sind sich alle Laien-Schauspieler einig, sei wohl der häufigste Grund, dass Jugendliche Alkohol trinken. An Bier, Sekt und Spirituosen heranzukommen, ist für die Jugendlichen übrigens kein Problem. Einer in der Gruppe ist meist volljährig und besorgt die alkoholischen Getränke für alle. "Aber auch so wird man kaum kontrolliert", sagt Rufat Abasov (19), der mit 17 Jahren seine ersten Erfahrungen mit Alkohol gemacht hat.

Thematisiert wird in dem Film jedoch nicht nur der Konsum von Alkohol und seine kurzfristigen Folgen, sondern auch die Gefahr einer Sucht. In einem Interview mit Renate Schötz von der Fachstelle für Suchtvorbeugung erfahren die Jugendlichen, woran man erste Anzeichen einer Sucht erkennt und was man selbst tun kann, um nicht abhängig zu werden. "Das Interview zeigt, dass wir uns auch ernsthaft mit dem Thema beschäftigt haben", sagt der 18-jährige Roushan Abasov ein wenig stolz. Denn obwohl der Film-Dreh für die Jugendlichen in erster Linie Spaß gebracht hat, ohne das Projekt hätten sie sich nie so intensiv mit Thema auseinander gesetzt.

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