Große und kleine Besucher genehmigen sich einen Blick hinter die Kulissen.

Bis Pipetten und Gläschen vielleicht einmal zum Alltag von Neil (6) gehören, werden Jahre vergehen. Begeistert ist er aber schon jetzt.  
(Fotos Judith Michaelis)
Bis Pipetten und Gläschen vielleicht einmal zum Alltag von Neil (6) gehören, werden Jahre vergehen. Begeistert ist er aber schon jetzt. (Fotos Judith Michaelis)

Bis Pipetten und Gläschen vielleicht einmal zum Alltag von Neil (6) gehören, werden Jahre vergehen. Begeistert ist er aber schon jetzt. (Fotos Judith Michaelis)

Bis Pipetten und Gläschen vielleicht einmal zum Alltag von Neil (6) gehören, werden Jahre vergehen. Begeistert ist er aber schon jetzt. (Fotos Judith Michaelis)

Düsseldorf. Der Uni-Parkplatz ist für einen Sonntag ungewöhnlich voll, auf dem gesamten Campus hängen bunte Schilder und Plakate. Die Heinrich-Heine-Universität zelebriert den Tag der Universität.

Gleich hinter dem ersten Infostand im Roy-Lichtenstein-Saal in der Medizinischen Fakultät ist eine Liege aufgebaut - darauf ein junger Mann - bauchfrei. Über ihm zeigt ein Monitor organische Strukturen an. Sein Freund fährt auf der Suche nach der linken Niere auf dem Bauch des jungen Mannes mit einer Sonde hin und her.

"Wir sind Krankenpflegerschüler aus der Uniklinik und finden es vor allem interessant, die Geräte mal als Besucher ausprobieren zu können", sagt David Berger (23) mit Blick auf das schwarz-weiße Bild.

Gleich daneben kann das Intubieren an einer Puppe geübt werden, und auf der anderen Seite des Saals setzt eine junge Besucherin einer Übungspuppe gerade eine Dosis desjenigen Narkotikums, mit dem sich Michael Jackson von seinen Fans für immer verabschiedete.

Medizin-Studenten können am Patienten-Simulator üben

"Das hier ist ein Simulator," erklärt Olaf Picker, Leiter des Simulationszentrums, "ich kann ihn zum Beispiel auf männlich, 25 Jahre, gesund - oder weiblich, 90 Jahre und krank einstellen." So sollen Studenten Notfallsituationen üben können.

Letztes Jahr hieß er noch Tag der Forschung und davor ganz einfach Tag der offenen Türe. Das ist jetzt anders: Rektor Piper wandelt das Image der Uni und von nun an wird sich am Tag der Universität präsentiert. Doch es hat sich auch außer dem Namen etwas geändert.

Es gibt mehr zum Mitmachen, Forschung steht nicht mehr so im Vordergrund, eher der Lebensraum Universität mitsamt Aktivitäten und Angeboten: Hochschulsport und -radio bekommen eine eigene Bühne und Wege zwischen den Veranstaltungen sind kürzer geworden.

Auf dem Weg zu den Naturwissenschaften steht ein Pferd mitten auf dem Campus: Die Hochschulreitgruppe wirbt um neue Mitglieder, und vor der Bibliothek klirren Waffen, geführt von bärtigen Genossen, aufeinander, die einen gepflegten mittelalterlichen Schwertkampf demonstrieren. Es herrscht Volksfestatmosphäre auf dem Campus.

Sogar aus dem sonst so kahlen Gang der Naturwissenschaften klingen fröhliche Kinderstimmen, und leuchtende Augen folgen den kleinen Händen, welche am Sonntag Reagenzgläser und Pipetten halten. Der sechsjährige Manuel zieht strahlend an einer Schnur, die eine Wasserrakete startet. So was darf er in der Schule nicht.

Das Programm für Kinder ist dieses Jahr groß und vielseitig - sogar das Schreiben in Sütterlin wird angeboten. Erwachsene kommen bei diversen Fachvorträgen, etwa über Gewalt in Shakespeare-Stücken, auf ihre Kosten, und auch kulinarisch lässt die Universität nichts anbrennen: Es gibt Süßes und Pikantes aus dem Kongo, Frankreich und der Türkei, präsentiert von Kulturinitiativen. Die Uni rückt am Sonntag tatsächlich an die Düsseldorfer heran.

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