Tische aus 800 Jahre alten Olivenbäumen oder Wandobjekte aus Ölfässern: Beim Kunsthandwerker- und Lifestyle-Markt im Klemens-Viertel konnten die Besucher immer wieder staunen.

Tische aus 800 Jahre alten Olivenbäumen oder Wandobjekte aus Ölfässern: Beim Kunsthandwerker-Markt gab es viel zu bestaunen.
Aus ausrangierten Metalldosen und Ölfässern macht Michael Laux ausgefallene Deko– und Kunstobjekte, darunter Schmiedetonnen, die er Besucherin Nicole Tiefenhoff zeigt.

Aus ausrangierten Metalldosen und Ölfässern macht Michael Laux ausgefallene Deko– und Kunstobjekte, darunter Schmiedetonnen, die er Besucherin Nicole Tiefenhoff zeigt.

Melanie Zanin

Aus ausrangierten Metalldosen und Ölfässern macht Michael Laux ausgefallene Deko– und Kunstobjekte, darunter Schmiedetonnen, die er Besucherin Nicole Tiefenhoff zeigt.

Düsseldorf. Gedränge und Geschiebe gibt es hier nicht: Beim Kunsthandwerker- und Lifestyle-Markt im Klemens-Viertel lässt sich entspannt schlendern und stöbern. Der Markt wartet sowohl mit Außergewöhnlichem, als auch mit Entbehrlichem auf.

Die Sandelholzöl-Seife ist leider aus. Alternativ liebäugelt eine Kaiserswertherin mit Messlöffeln aus Olivenholz. Sie findet: „Der Markt ist mit der Schönste in der Stadt, aber ich finde die Preise stellenweise etwas hoch.“ Gerade versuche sie, den Preis zu drücken. Händler Ben Latif geht auf die Verhandlungen ein. Neben Praktischem aus Olivenholz gibt es bei ihm handbemalte Schalen aus Tunesien - garantiert ohne Blei, wie er betont - Naturschwämme und Terrakotta-Gefässe.

Außergewöhnlichen Schmuck finden Besucher am Stand von Angelika Miheel und Theresa Putzicha. Die Frauen aus Gelsenkirchen, die auch ein Quilt-Studio betreiben, fertigen Halsketten infilligraner Handarbeit an: Diese sind aus unendlich vielen, eineinhalb Millimeter großen, farbigen Kunststoff-Perlen gehäkelt. Die Muster entwerfen die Frauen selbst. Gut 15 Meter Perlen müssen für eines der aufwendigeren Geschmeide aufgezogen werden.

Wie aus einer PET-Flasche eine Skulptur wird

„Hier geht man sehr unzufrieden weg, wenn man das nicht kaufen kann, was man gern hätte“, sagt eine Dame verschmitzt. Die Kaiserswertherin konnte bei einer hübschen Patchwork-Tischdecke nicht widerstehen. Sie bedauert, dass es diesen Markt nur einmal im Jahr gibt. „Man findet hier zwar auch Kitsch und Sachen, die man sich aus Langeweile anschaut“, räumt sie ein, schiebt aber begeistert nach: „Wo finden Sie solche Sachen sonst noch?“

Derweil lauscht ein elegant gekleidetes, älteres Paar den Ausführungen von Michael Laux. Dieser bietet ausgefallene Deko- und Kunst-Objekte, die er aus ausrangierten Metalldosen und Ölfässern („Die zieh’ ich mir beim Türken aus dem Müllcontainer“) fertigt. In diese schweißt er ornamentale Muster.

Laux zu den beiden Zuschauern: „Wenn ich schweiße, wird Weiß zu Eierschale. Beim kompletten Abbrennen entstehen spannende Töne“. Das Paar ist fasziniert von einem ungewöhnlichen Licht-Objekt, dass man auch wahlweise als Hänge- oder Stehlampe einsetzen kann. Wie auch von einer Skulptur, gefertigt aus einem transparentem Werkstoff. Laux: „Ich habe mit einem Hochleistungsbrenner Löcher in eine PET-Flasche eingearbeitet.“ Ein Wandobjekt entpuppt sich derweil als ehemaliges 200-Liter-Ölfass. Laux: „Das habe ich aufgefaltet und ausgeschweißt. Durch das Ausweißen kriegen die Farben Brass. Anschließend lege ich Goldblätter darüber.“

Wie wäre es mit einem Wohnzimmertisch, der Jahrhunderte alte Geschichte atmet? „Wir verkaufen ein Stück Geschichte mit. Diese Tische werden aus etwa 800 Jahre alten, tunesischen Olivenbäumen gefertigt“, verrät Händler Ilia Nikolaev. Um einiges günstiger, aber auch „mal etwas Anderes“, sind Amulette in Form eines Tortenhebers, einer Gabel oder einem Flaschen- und Brieföffner einige Meter weiter.

Besteckkünstler Arno Münch ist seit zwölf Jahren auf dem Markt in Kaiserswerth. Vor den Augen der Kunden fertigt er auch Armbänder, Ringe und anderen Schmuck aus Gabeln und Co. „Wenn die Mutter Besteck vererbt und es an Wertigkeit verloren hat, erhält es diese bei uns zurück.“ Kunden können auch eigenes Besteck mitbringen. „Wir besprechen, was möglich ist“, so Münch. Ruth Rosenthal macht derweil am Klemens-Markt ein Päuschen an einem der Café-Tische. Dort tritt später die Big Band des Theodor-Fliedner-Gymnasiums auf. „Ich find’ die super und auch der Markt gefällt mir sehr gut.“

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