Die Zahl der gemeldeten Influenza-Fälle ist im Vergleich zu den Vorjahren stark gestiegen. Etliche Bürger leiden zudem an langwierigen Erkältungen.

Die Zahl der gemeldeten Influenza-Fälle ist im Vergleich zu den Vorjahren stark gestiegen. Und etliche Düsseldorfer leiden zudem an langwierigen Erkältungen.
Eine Grippeschutzimpfung wird für Risiko-Gruppen empfohlen. Auch jetzt noch kann der kleine Pieks sinnvoll sein.

Eine Grippeschutzimpfung wird für Risiko-Gruppen empfohlen. Auch jetzt noch kann der kleine Pieks sinnvoll sein.

dpa

Eine Grippeschutzimpfung wird für Risiko-Gruppen empfohlen. Auch jetzt noch kann der kleine Pieks sinnvoll sein.

Düsseldorf. In den Schulen fehlen Lehrer und Schüler, in den Kitas Erzieherinnen und Kinder, Eltern springen dort für Notdienste ein. Wie immer um diese Jahreszeit kommt die Erkältungswelle. Aktuell leiden viele unter Atemwegserkrankungen. Und nun bestätigt das Gesundheitsamt auf WZ-Anfrage: Auch die echte Grippe grassiert. Die Tendenz ist steigend.

„Die bundesweit steigenden Zahlen spiegeln sich auch bei uns wider“, erklärt Dr. Frederik Knapp vom Gesundheitsamt Düsseldorf. Von Ärzten und Laboren gemäß Infektionsschutzgesetz gemeldet wurden bis Dienstag 113 Influenza-Fälle für die ersten fünf Kalenderwochen des neuen Jahres. Im Vorjahr waren dies für den selben Zeitraum 29, 2015 mit 23 Fällen ähnlich viele und 2014 gab es nur drei Meldungen.

Dem Arzt sollte man die Symptome schon vorher mitteilen

Frederik Knapp ist bei der Stadt als Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie beschäftigt. Auch er bestätigt, dass zurzeit viele Menschen in der Stadt stark erkältet sind. Generell gesunde Personen, die gerade einen starken grippalen Infekt haben, könnten sogar an der echten Grippe leiden, allerdings mit milderem Verlauf. Der Mediziner rät: „Wer ein stärkeres Krankheitsgefühl hat, sollte zum Arzt gehen.“ Und: Man sollte dem Hausarzt zuvor mitteilen, an welchen Symptomen man leidet, damit der Arzt erforderliche Hygiene-Maßnahmen in seiner Praxis umsetzen kann. Denn die echte Grippe ist sehr ansteckend. Der Fachmann vom Gesundheitsamt empfiehlt, sich öfter die Hände zu waschen, so könne man Grippeviren gut von den eigenen Händen entfernen. Und auch für die Grippeschutzimpfung ist es in diesem Jahr noch nicht zu spät.

Das bestätigt Jürgen Vogt, Regionaldirektor in Düsseldorf der AOK Rheinland/Hamburg: „Wir raten unseren Versicherten dazu.“ Zwar gehe man von einer 14-tägigen Aufbauzeit bis zum vollständigen Impfschutz aus. Doch Vogt stellt fest: „Wir bewegen uns gerade auf die Höchstphase der Grippewelle zu.“ Bis Karneval würden noch viele Viren gestreut. Wer sich jetzt noch schnell impfen lasse, könne mit einem besseren und milderem Verlauf der Erkrankung rechnen. Außerdem sagt Vogt: „Wer geimpft ist, kann andere Menschen nicht mehr anstecken.“

Rund 4000 Düsseldorfer hatten sich bei den öffentlichen Impfterminen der AOK im Oktober vergangenen Jahres gegen den Grippevirus geschützt. Es gibt keine Statistiken, wie viele Düsseldorfer diese Vorsorge in Anspruch nehmen, doch Vogt ist sicher, dass es noch mehr tun könnten. Wer die Impfung jetzt noch nachholen möchte, sei bei den niedergelassenen Ärzten an der richtigen Adresse.

Im übrigen bestätigt Jürgen Vogt, dass auch bei der AOK viele Mitarbeiter erkrankt sind. „Es fällt auf, dass auch robuste Leute eine Woche ausfallen, manche sogar noch in der zweiten Woche fehlen.“

Längere Fehlzeiten bei Schülern hat auch Michael Salzwedel, Lehrer am Luisen-Gymnasium, bemerkt. „Bei uns sind die Flure zwar nicht leergefegt, aber die erhöhten Krankheitsfälle sind spürbar.“ Doch der Vertretungsunterricht sei zu schaffen.

Angespannt ist auch die Situation bei der Rheinbahn. „Wir haben eine sehr hohe Krankmeldequote“, sagt Sprecher Georg Schumacher. Genaue Zahlen hat er noch nicht vorliegen. Auch wenn im Januar/Februar stets viele Mitarbeiter erkranken, spricht Schumacher aktuell jedoch von einem „Spitzenwert“. Um die Fahrpläne einzuhalten, müssen die gesunden Rheinbahner zurzeit Überstunden machen.

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