19 Euro pro Unterrichtsstunde – aus Sicht der Lehrkräfte viel zu wenig.

Dozenten der Volkshochschule setzten sich gestern vor dem Hauptbahnhof für höhere Honorare ein. Sie spielten ein Theaterstück.
Dozenten der Volkshochschule setzten sich gestern vor dem Hauptbahnhof für höhere Honorare ein. Sie spielten ein Theaterstück.

Dozenten der Volkshochschule setzten sich gestern vor dem Hauptbahnhof für höhere Honorare ein. Sie spielten ein Theaterstück.

Judith Michaelis

Dozenten der Volkshochschule setzten sich gestern vor dem Hauptbahnhof für höhere Honorare ein. Sie spielten ein Theaterstück.

Düsseldorf. Karen Haase arbeitet bei der Volkshochschule, Vollzeit. Mit dem Honorar, das sie verdient, käme sie alleine nicht über die Runden: 750 Euro bleiben ihr pro Monat, sagt sie. Daher ist sie mit ihren Kollegen jetzt auf die Straße gegangen und hat für höhere Honorare demonstriert. Ein Dutzend Mitarbeiter zeigten ihren Protest vor der Volkshochschule am Hauptbahnhof mit einem kleinen Theaterstück und einem Appell an die Politiker. Außerdem hat die Gruppe einen Antrag auf Honorarerhöhung beim VHS-Kuratorium gestellt.

Honorare sind in zehn Jahren um einen Euro gestiegen

Seit 2006 seien die Honorare gerade mal um einen Euro erhöht worden, von 18 auf 19 Euro. „Viel zu wenig“, findet Haase. Die Dozentensprecher fordern mindestens 25 Euro. Das Geld erhalten die freiberuflichen Lehrer jeweils für 45 Minuten Unterricht. „Am Anfang klingt das erst mal toll. Aber davon müssen wir beispielsweise unsere Sozialversicherung komplett selber bezahlen“, sagt Haase. Bei vielen Lehrern macht das über ein Drittel des Honorars aus. Dazu kommen noch Stunden für die Vor- und Nachbereitung.

„Ich habe eine 40-Stunden-Woche“, erzählt eine andere Dozentin, die anonym bleiben möchte. „Meine Stunden bereite ich nachts vor, oder wenn ich in der S-Bahn von einem Kurs zum nächsten fahre.“ Sie ist nicht nur für die Volkshochschule tätig, sondern arbeitet während der Semesterferien an der Uni.

Diese Jobmöglichkeiten fehlen Karen Haase. „Ich bin darauf aber auch nicht angewiesen“, sagt sie. Dass ihr bei 25 Stunden Unterricht pro Woche so wenig bleibt, findet sie dennoch nicht in Ordnung. Bei Gabriele Gerling sieht das anders aus. „Ich muss davon leben.“ Für ihre Kurse fährt sie oft quer durch die Stadt, an manchen Tagen von Neuss nach Düsseldorf. Teilweise hat sie mittags gerade noch Zeit für eine kleine Brotzeit.

Sie unterrichtet Deutsch als Fremdsprache. Wie andere Dozenten hat sie einen Universitätsabschluss. „Für den Unterricht von Flüchtlingen braucht es geschulte Fachkräfte“, sagt Haase. Das Team setzt sich aber auch für Lehrer ein, die nur wenig Stunden unterrichten. „Unsere Arbeit ist etwas wert. Es kann nicht sein, dass die Kursteilnehmer immer mehr bezahlen und bei uns nichts ankommt.“

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