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Der Angeklagte Heinz Nieder während der Verhandlung vor dem Landgericht Duisburg.

Der Angeklagte Heinz Nieder während der Verhandlung vor dem Landgericht Duisburg.

dpa

Der Angeklagte Heinz Nieder während der Verhandlung vor dem Landgericht Duisburg.

Düsseldorf. Der sechsfache Mörder Heinz Nieder ist am Donnerstagabend im Mittelhessischen Marburg gefasst worden. Der 49-Jährige muss eine lebenslängliche Haftstrafe verbüßen, weil er die Hausexplosion an der Düsseldorfer Krahestraße am 24. Juli 1997 in Auftrag gegeben hatte, bei der sechs Menschen ums Leben gekommen waren. Die Haftstrafe hatte er aber nicht angetreten und war untergetaucht.

Nieder hat offensichtlich in Stadtallendorf, im Landkreis Marburg-Biedenkopf, als Fliesenleger in einer Kolonne gearbeitet und in einem Hotel gewohnt. Am Donnerstagmorgen hatten die Fliesenleger ihre Hotelzimmer geräumt.

Nieder war aber am Abend zurückgekehrt und hatte auf den Hotelbetreiber einen verwirrten Eindruck gemacht. Dieser rief daraufhin die Polizei. Den hessischen Polizisten gegenüber gab sich der Düsseldorfer Nieder als "Ralf Möller aus Köln" aus. Papiere habe er nicht dabei, sagte er. Wegen seines schlechten Gesundheitszustandes ließen die Polizisten den angeblichen Kölner in die Universitätsklinik der Kreisstadt Marburg bringen.

Erst bei der Spätbesprechung fiel den Beamten auf, dass sie einen gesuchten sechsfachen Mörder im Stadtallendorfer Hotel getroffen hatten. Weil Nieders Gesundheitszustand noch immer schlecht ist, bleibt er zunächst im Krankenhaus, steht aber unter Bewachung.

Nieder habe Medikamente zu sich genommen, die er offensichtlich nicht vertragen habe, sagte der Düsseldorfer Staatsanwalt Johannes Mocken. Wenn es Nieder besser gehe, werde er in die Justizvollzugsanstalt Hagen überführt, wo er seine lebenslängliche Haftstrafe antreten soll.

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