Viele Knochenbrüche: Mehr Unfälle mit Fußgängern. Flughafen am Abend wieder gesperrt.

Die Awista hatte erneut alle Fahrzeuge im Einsatz. Auch auf den Gehwegen der Kö wurde geräumt.
Die Awista hatte erneut alle Fahrzeuge im Einsatz. Auch auf den Gehwegen der Kö wurde geräumt.

Die Awista hatte erneut alle Fahrzeuge im Einsatz. Auch auf den Gehwegen der Kö wurde geräumt.

Arend

Die Awista hatte erneut alle Fahrzeuge im Einsatz. Auch auf den Gehwegen der Kö wurde geräumt.

Düsseldorf. Der Flughafen musste am Donnerstagabend um kurz vor 19 Uhr gesperrt werden, die Schüler der Gymnasien hatten gegen Mittag „schneefrei“, Busse und Bahnen fuhren in den Abendstunden kaum noch planmäßig: Der Winter hat die Düsseldorfer schon jetzt fester im Griff als die lange Frostphase am Jahresbeginn.

Das zeigt sich auch an der Schneeräumpflicht: Seit dem ersten Schneefall im Dezember musste die Stadt schon 300 Bürger schriftlich auffordern, den Schnee vor der Haustür zu Räumen. In der vergangenen Wintersaison hatten gerade mal 50 Haushalte einen Brief von der Verwaltung erhalten (siehe Kasten). Aufgefallen waren die Versäumnisse Kontrolleuren der Stadt und Nachbarn.

Auch die Chirurgen spüren die Folgen des Winters: Am Montag mussten im Vinzenz-Krankenhaus an der Schloßstraße 20 Menschen nach Stürzen behandelt werden. Im Marien-Hospital an der Rochusstraße brauchten sogar 40 Bürger mit Brüchen oder anderen Verletzungen Hilfe. „Das zieht sich durch alles Altersklassen“, so Kliniksprecher Martin Schicht. Im Notfall müssten Dienstpläne der Ärzte und Assistenten umgeworfen werden, um den Ansturm zu bewältigen.

Ob die Unfallopfer aufgrund ungeräumter Wege gestürzt sind, kann noch nicht gesagt werden. „Das dringt nicht zu uns durch, weil es sich um Privatrecht handelt“, erklärt Roland Hahn vom Amt für Verkehrsmanagement. AOK-Versicherte erhalten nach ihrer Behandlung einen Fragebogen. „Die Rückmeldungen bekommen wir aber erst sechs Wochen nach dem Unfall“, so Sprecher André Maßmann. Im vergangenen Winter habe man hunderte Fälle im Rheinland gehabt, bei denen ein Drittverschulden zum Beispiel auf ungestreuten Großparkplätzen untersucht wurde.

Streusalz und Schneeschieber sind Mangelware

Die meisten Bürger versuchen deshalb, gewappnet zu sein. Bei Obi in Rath waren am Donnerstag 20 Tonnen Streusalz in wenigen Stunden vergriffen, obwohl nur an gefährlichen Stellen wie Treppen „gepökelt“ werden darf. Und im Bauhaus gibt es keine Schneeschieber mehr. Die Firma des Lieferanten sei abgebrannt, hieß es.

Wer die Verwarnung der Stadt ignoriert, muss tief in die Tasche greifen: Bis zu 500 Euro Bußgeld kann die Stadt verlangen. Bislang musste noch niemand zahlen, die Androhung verschafft offenbar Respekt.

Schnee muss an Werktagen von 7 bis 20 Uhr geräumt werden, an Sonn- und Feiertagen ab 9 Uhr.

Vor allem am Abend spürten die Verkehrsteilnehmer die Folgen des Winters: Am Flughafen mussten die Landebahnen von 19 bis 21 Uhr gesperrt werden. 90 Flüge fielen aus. Die Polizei meldete zudem 40 witterungsbedingte Unfälle mit zwei Verletzten. Sachschaden: 130 000 Euro.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer