Sein dreijähriger Sohn war beim Einsteigen in die S-Bahn verletzt worden. Ein Unbeteiligter Zeuge erlitt einen Nasenbeinbruch.

Statue der Justitia
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Düsseldorf. „Ich habe mit dem Kinderrad geschlagen, um das Kind zu schützen“, beteuerte ein 31-Jähriger gestern vor dem Amtsgericht. Beim Einsteigen in die S-Bahn war es im September vergangenen Jahres zu einer Rangelei gekommen, bei der sein drei Jahre alter Sohn eine blutende Wunde im Gesicht erlitt. Beim anschließenden Handgemenge setzte der Vater das Kinderrad als Waffe ein und verletzte mindestens zwei Männer. Das Problem: Einer davon war ein völlig unbeteiligter Zeuge, der den Streit nur schlichten wollte.

Im September vergangenen Jahres hatte der Angeklagte seinen Sohn vom Spielplatz abgeholt. Dort hatte der Junge zusammen mit seinem Großvater den Nachmittag verbracht. Doch der Dreijährige hatte noch einen Wunsch: „Er wollte gerne noch eine Runde mit der S-Bahn fahren.“

Angeklagter: Ich wusste nicht, was Freund und Freund war

Am S-Bahnhof Eller-Süd kam es dann zu der verhängnisvollen Begegnung. „Beim Aussteigen hat ein Mann meinen Sohn mit dem Ellbogen ins Gesicht geschlagen. Er war verletzt und hat geblutet,“ berichtete der 31-Jährige. Daraufhin kam es zunächst zu einem Wortgefecht, dann flogen die Fäuste: „Ich bin aber zuerst geschlagen worden.“

Plötzlich sei eine ganze Gruppe aufgetaucht, gegen die sich der Vater zur Wehr setzen musste. Schließlich packte er sich das Kinder-Fahrrad und schlug damit um sich: „Ich wollte die Leute nur von uns weg halten. Ich wusste nicht mehr, was Freund und Feind war.“

Dass es hoch herging auf dem Bahnsteig bestätigte auch ein 36-jähriger Bauarbeiter, der in der S-Bahn gesessen hat und vorher keinen der Beteiligten kannte: „Ich habe das Geschrei gehört und bin dann ausgestiegen.“ Zunächst habe er versucht, den 31-Jährigen zurück zu halten und den Streit zu schlichten. Der habe dann plötzlich das Kinder-Fahrrad in der Hand gehabt.

Dabei wurde der 36-Jährige im Gesicht getroffen und erlitt einen Nasenbeinbruch. Drei Wochen konnte der Mann nicht arbeiten. „Das war keine Absicht“, entschuldigte sich der Angeklagte bei dem Bauarbeiter. Der Prozess wird fortgesetzt.

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