Die Mitglieder des Projekts h2eau erzeugen Klänge am und unter Wasser. Mit dem Titel „The Shore“ wollen sie zum ESC.

Die Akteure der Gruppe h2eau in ihrem Element: Mit verschiedenen Instrumenten werden Klänge an und unter Wasser erzeugt.
Die Akteure der Gruppe h2eau in ihrem Element: Mit verschiedenen Instrumenten werden Klänge an und unter Wasser erzeugt.

Die Akteure der Gruppe h2eau in ihrem Element: Mit verschiedenen Instrumenten werden Klänge an und unter Wasser erzeugt.

Judith Michaelis

Die Akteure der Gruppe h2eau in ihrem Element: Mit verschiedenen Instrumenten werden Klänge an und unter Wasser erzeugt.

Düsseldorf. Beruhigendes Rauschen, sanfte Akkordeonklänge, metallisches Schaben und tiefer Gesang – das sind Arten, wie sich die Unterwassermusik der Düsseldorfer Performancegruppe h2eau präsentieren kann. Mit ihren Kompositionen haben die originellen Musiker jetzt einen Song für den Eurovision Song Contest (ESC) in diesem Jahr in Dänemark geschrieben.

Angefangen hat alles mit einem Song, der vom Baden handelt. Konny Zimmermann, der damals Lieder für Kinder komponierte, fand einfach nicht den richtigen Rhythmus, um das Lied zu untermalen. „Ich saß auf einem Steg und fuhr mit meinen Füßen durchs Wasser“, berichtet Zimmermann von den Anfängen. „Das Geräusch war genau das, was ich gesucht habe. Daraufhin hab ich den ganzen Song nur mit Wassergeräuschen begleitet." Und dabei ist es dann auch geblieben. Seit der ersten aufgenommenen CD 1996 ist in technischer Hinsicht viel passiert – die Leidenschaft ist geblieben.

„Mir macht der Klang einfach Freude“, erklärt Zimmermann seine langjährige Passion. Zum Kernteam der Gruppe gehören neben Zimmermann noch Günter Schlott und Thorben Cord. Nach Bedarf kann aber auch ein Ensemble von bis zu sieben Mann auf der Bühne stehen und musizieren. Rund 20 Konzerte im Jahr spielen h2eau. Für dieses Jahr wurden sie bereits von der Hamburger Hafenpolizei gebucht. Der Aufbau für solch ein Konzert kann zwischen 20 Minuten und eineinhalb Stunden dauern.

Töne einer Ukulele werden unter Wasser verfremdet

An und in großen Acrylglasschalen, die knapp 200 Liter Wasser fassen, werden die verschiedensten Töne erzeugt. Die Instrumente reichen von einer Ukulele, die ins Wasser gehalten wird, über Rhythmusinstrumente, die mit Sand gefüllt sind, bis zu einer eisernen Gießkanne in Form eines Fischs. Auch Eigenkonstruktionen wie in Beton eingegossene Plexiglasstangen dienen als Klangkörper.

Ein sogenanntes Hydrophon, ein Mikrofon speziell für Unterwasseraufahmen, wird in der Glasschale installiert. So ist der Ton für das Publikum gut hörbar, ohne das absolute Stille herrschen muss. „Mein persönliches Lieblingsinstrument ist im Moment ganz klar der Gießkannen-Fisch“, erzählt Zimmermann. „Der hat unter Wasser eine ganz tolle Klangfarbe. Früher war es ein schwerer Messing-Aschenbecher in Form eines Fischs, aber der hat inzwischen ausgedient.“ Er selber beschreibt die Klänge seiner Musik als kristallklar, warm und tief.

Die CD „The Invisible Fish“ gibt es auf den Konzerten zu kaufen.

Infos zum Projekt gibt es im Internet auf der Homepage

www.h2eau.de

Der Song, den Zimmermann für den ESC geschrieben hat, trägt den Titel „The Shore“, handelt von den verschwindenden Küsten in Ozeanien und ist ein durchaus ernstzunehmender Beitrag. Der Musiker baut auf das Verständnis von Originalität der Fachjury: „Wir erregen auf jeden Fall internationales Aufsehen.“

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