Pferd vor einer Kutsche. Symbolbild.
Pferd vor einer Kutsche. Symbolbild.

Pferd vor einer Kutsche. Symbolbild.

Paul Zinken

Pferd vor einer Kutsche. Symbolbild.

Düsseldorf. Mit dem Unterrather Schützenfest endet die Saison des Sommerbrauchtums in Düsseldorf. Im vergangenen Jahr gab es dort noch einmal richtig Ärger. Denn der Fahrer einer Kutsche soll sein Gefährt mit voller Absicht durch die Fußgruppe der Rheinischen Jäger gesteuert haben – angeblich sogar im Galopp. Wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr musste sich der 58-Jährige gestern vor dem Amtsgericht verantworten.

Am 18. September war der Unterrather Schützenzug nachmittags gerade dabei, sich in Höhe des Baumarktes An der Piwipp aufzustellen. Auch der Angeklagte wartete dort mit seinem Zweispänner: „Ich mache das seit 40 Jahren und fahre fast an jedem Wochenende Könige“, erklärte der 58-Jährige. Er teile die Kutschen auch selbst ein.

Angeklagter will nur im Schritttempo gefahren sein

Doch die Rheinischen Jäger hatten sich angeblich an der falsche Stelle im Zug aufgestellt: „Da gehörten sie nicht hin.“ Es sei außerdem eine Gruppe, die als besonders trinkfest unter den Schützen gelte und schon reichlich alkoholisiert gewesen sei: „Ich habe dann gerufen, dass ich jetzt durchfahre.“ Das habe er dann auch im Schritttempo gemacht.

Ganz anders schilderte eine 45-jährige Bundespolizisten die Situation, die bei den Rheinischen Jägern aktiv ist. Sie kenne den Angeklagten: „Er war komplett außer sich und stand mit hochrotem Kopf auf dem Kopf. So habe ich ihn noch nie gesehen.“ Der Kutscher habe dann sinngemäß gerufen: „Ich fahre euch alle über den Haufen.“

Die Angaben der Zeugen widersprachen sich erheblich

Augenblicke später habe er die Pferde mit der Peitsche geschlagen, bis sie im Galopp durch die Fußgruppe liefen. Zwei Personen seien von Kameraden weggeschubst worden, damit sie nicht unter der Kutsche landeten. Zu dem Durcheinander sei es gekommen, weil es angeblich zwei unterschiedliche „Marschbefehle“ vom Schützen-Hauptmann gegeben habe.

Völlig unterschiedlich schilderten anderen Brauchtums-Freunde den Vorfall. Ob die Kutsche im Galopp oder doch erheblich langsamer durchgefahren ist – die Schützen waren sich nicht einig. Sie konnten sich nicht einmal mehr genau daran erinnern, ob ihre Gruppe acht oder doch 15 Mitglieder groß war. Was möglicherweise am Alkoholkonsum lag. Das reichte dem Richter nicht für eine Verurteilung. Den Kutscher treffe höchstens eine geringe Schuld. Er stellte das Verfahren ein.

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