Die Unternehmerschaft meldet stabile Konjunktur und will der Eurokrise trotzen.

Wirtschaft
Ein Schweißer des Düsseldorfer Kranherstellers Demag Cranes bei der Arbeit.

Ein Schweißer des Düsseldorfer Kranherstellers Demag Cranes bei der Arbeit.

Demag

Ein Schweißer des Düsseldorfer Kranherstellers Demag Cranes bei der Arbeit.

Düsseldorf. Die Euro-Krise und die negativen Entwicklungen auf den internationalen Finanzmärkten haben Düsseldorf scheinbar noch nicht erreicht. Denn wenn es nach den hiesigen Unternehmern geht, war 2011 ein erfolgreiches Jahr. Das geht aus dem optimistischen Konjunkturmonitor hervor, den die Unternehmerschaft am Freitag in Düsseldorf vorstellte. Befragt wurden 1400 Unternehmen mit rund 182 000 Beschäftigten aus Industrie, Handel und Dienstleistungen.

Eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr sei nach der Umfrage jedoch nicht erkennbar. „Die Unternehmen in Düsseldorf beurteilen ihre aktuelle Produktions- und Geschäftslage nach wie vor als positiv – allerdings etwas schlechter als im Vorjahr“, sagt Andreas Bruns, Vorsitzender der Unternehmerschaft.

Markant sei die Bewertung der Auftragslage im vierten Quartal 2011: 45 Prozent der befragten Unternehmen bezeichneten diese als gleichbleibend gut. Immerhin 30 Prozent der Unternehmen berichten, der Auftragseingang sei gleichbleibend schlecht oder sogar schlechter geworden. Für Bruns steht jedoch fest: „Auch wenn die Wahrnehmung in der Gesellschaft eine andere zu sein scheint – in Düsseldorf dominieren die zuversichtlich gestimmten Unternehmen.“ So rechnen 53 Prozent der Düsseldorfer Firmen mit gleichbleibend guten Geschäften in 2012.

Südeuropa verliert an Bedeutung für das Auslandsgeschäft

Grund für die positiven Entwicklungen seien auch die gesteigerten Beschäftigungszahlen „dank einer produktivitätsorientierten Tarifpolitik sowie Reformen für mehr Flexibilität am Arbeitsmarkt“, wie Michael Grütering, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerschaft, betont. Dazu zähle vor allem die Kurz- oder Zeitarbeit. Außerdem spiele das Auslandsgeschäft eine Rolle. „Südeuropa wird wegen der Schuldenkrise eine geringfügigere Rolle spielen, stattdessen werden Asien oder Westeuropa wichtiger“, sagt Frank Dehorn von der Vertriebsgesellschaft Böhler-Uddeholm.

Von der Krise zeigen sich die Unternehmen unbeeindruckt. „Wir können nur unseren Herrschaftsbereich abdecken und müssen der Politik zeigen, dass wir konsequent arbeiten“, so Bruns. Dazu gehöre unter anderem die Integration Geringqualifizierter und Langzeitarbeitsloser oder die Nachwuchsförderung.

47 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, der Umsatz im Dezember sei gleichbleibend gut gewesen – 16 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Für 14 Prozent war der Umsatz jedoch schlecht oder schlechter.

Für den Produktionsbereich erwarten 76 Prozent der Unternehmen in 2012 unveränderte Mitarbeiterzahlen. Etwa 21 Prozent wollen neue Mitarbeiter einstellen. Nur drei Prozent wollen die Personalstärke reduzieren.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer