Nirgends kracht es häufiger als am Mörsenbroicher Ei – doch auch an anderen Kreuzungen häufen sich die Unfälle.

Düsseldorf. Elf Menschen starben im vergangenen Jahr auf Düsseldorfs Straßen, 2911 wurden verletzt - das ist der niedrigste Stand überhaupt. Aber der Verkehrsbericht der Polizei zeigt auch: Es gibt neuralgische Punkte, an denen es chronisch häufig kracht. Und 2008 sind noch neue Unfallschwerpunkte hinzugekommen. Die Ursachen sind unklar.

In den Top 3 hat sich im Vergleich zum Vorjahr nichts bewegt: Noch immer ist das Mörsenbroicher Ei der Unfallschwerpunkt Nummer eins. Obwohl die Unfallkommission die Riesenkreuzung unter die Lupe genommen hatte. "Es gab an der Ecke Münster-/Grashofstraße zahlreiche Rotlichtunfälle", erklärt Polizist Werner Krause von der Verkehrsdirektion.

"Dort haben wir nach der Untersuchung der Kommission stärker überwacht, zudem wurden die Ampelschaltungen verändert." Seither ist es an dieser Ecke ruhiger, auch hat die Gesamtzahl der Unfälle am Ei abgenommen - von 163 auf 124. Dennoch bleibt es ein risikoreicher Knotenpunkt.

Viel befahrene Kreuzungen: Das ist Düsseldorfer Gefahrengebiet. Am Worringer Platz auf Platz zwei und dem Nordstern auf Platz drei der Unfallschwerpunkte ist die Zahl der Zusammenstöße noch geringer gesunken als in Mörsenbroich. Zudem gibt es neue Kreuzungen in den Top 10: Südring/Völklinger Straße (4), Ernst-Reuter-Platz/Corneliusstraße (7), Völklinger Straße/Fährstraße (9) und Heerdter Landstraße/Handweiser (10).

Kreuzungen, die noch 2007 unter den zehn ärgsten Unfallschwerpunkten waren und nun von diesen "Neu-Einsteigern" abgelöst wurden, sind allerdings nicht unbedingt sicherer geworden. Vielmehr hat sich das Problem der Unfallhäufung an Kreuzungen generell verschärft, so gibt es Verschiebungen in der Statistik: An der Kreuzung Heerdter Landstraße/Handweiser (Platz 10 der Unfallschwerpunkte) etwa hat es 51 Mal gekracht (2008). Der Seestern war mit 48 Unfällen 2007 noch auf Platz acht.

"An Kreuzungen wie dem Mörsenbroicher Ei können wir Unfälle nicht verhindern", bilanziert Krause nüchtern. Ein "Grundrauschen" bleibe immer. Wirksam sei allein ein kompletter Umbau, wie etwa 2007 am Stresemannplatz. Diese Kreuzung hatte laut Krause zuvor einen Stammplatz in der Unfall-Top 10. Seit der Neugestaltung ist sie jedoch deutlich sicherer geworden.

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