Ein Mann fuhr in Heerdt auf einen Erdwall, das Auto verschwand im Dickicht. Nur durch Glück wurde der Schwerverletzte gefunden.

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Mit der Kettensäge mussten die Retter das Autowrack im Dickicht freilegen. (Fotos (3): Gerhard Berger)

Mit der Kettensäge mussten die Retter das Autowrack im Dickicht freilegen. (Fotos (3): Gerhard Berger)

Der Verletzte wird in die Uni-Klinik gebracht. Laut Uni-Sprecher Rolf Willhardt ist er außer Lebensgefahr.

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Mit der Kettensäge mussten die Retter das Autowrack im Dickicht freilegen. (Fotos (3): Gerhard Berger)

Düsseldorf. "Der Mann hat großes Glück, dass wir überhaupt auf den Unfall aufmerksam wurden", sagt Feuerwehrsprecher Heinz Engels. Einer Autofahrerin ist Donnerstagmittag an der Brüsseler Straße in Heerdt ein demolierter Schaltkasten aufgefallen.

Die Feuerwehr rückte daraufhin aus - und fand tief im Dickicht an der Abfahrt Heesenstraße ein vollkommen zerstörtes Autowrack. Der bewusstlose Fahrer war eingeklemmt.

Inzwischen hat die Feuerwehr den Hergang des Unfalls rekonstruiert. Der Mann muss an der Heesenstraße abgefahren sein, das Auto kam dabei von der Fahrbahn ab.

Es krachte in die schräge Leitplanke und riss den Schaltkasten um. Dann raste der Wagen auf einen Erdwall neben der Fahrbahn, der wie eine Sprungschanze wirkte. Vier Meter hoch flog das Auto in die Luft, über die Bäume auf dem Grünzug hinweg - es landete zehn Meter weiter im Unterholz.

Die Spuren waren von der Straße aus kaum zu sehen. Ohne die aufmerksame Zeugin wäre wohl keine Hilfe zu dem Verletzten gelangt, glaubt Engels.

"Womöglich hätten wir erst in einigen Wochen sein Skelett gefunden." Selbst mit dem Hinweis war es für die Einsatzkräfte noch schwierig, das Auto zu erkennen. Der silberne Wagen lag auf der Fahrerseite zwischen Büschen. Alle Airbags hatten ausgelöst, die Türen ließen sich nicht mehr öffnen.

Mit der Kettensäge legten die Feuerwehrleute das Wrack frei, damit die Retter die hydraulische Schere und einen Rettungsspreizer am Auto ansetzen konnten. Sie mussten das Fahrzeug regelrecht zerlegen, um dem Notarzt den Weg zu dem Patienten freizumachen.

"Womöglich hätten wir erst in einigen Wochen sein Skelett gefunden."

Heinz Engels von der Feuerwehr

Laut Feuerwehr hat der Mann schwere Kopfverletzungen. Er war nicht ansprechbar. Die Rettungsassistenten und der Notarzt versorgten ihn noch am Unfallort, dann wurde er in die Uni-Klinik gebracht. Von dort kam am Nachmittag die Entwarnung: Der Fahrer wird das schwere Unglück wohl überleben.

"Der Patient ist schwer verletzt, aber nicht lebensbedrohlich", sagt Uni-Sprecher Rolf Willhardt. "Er liegt derzeit allerdings noch im künstlichen Koma." Seine Identität ist laut Polizei noch nicht geklärt.

Sein zerstörter Mazda wurde von der Feuerwehr mit einer Seilwinde auf die Straße gezogen. Die Verkehrsleitzentrale stellte den beschädigten Schaltkasten ab. Etwa eine Stunde dauerten die Bergungsarbeiten. Es kam rund um die Unfallstelle zu Behinderungen für den Verkehr.

© WhatsBroadcast

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