Leonid Sokhranski verbrannte sein Gesicht mit Wachs, Mario Reis fuhr das Auto zu Schrott.

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Leonid Sokhranski auf einem Foto vor dem Unfall.

Leonid Sokhranski auf einem Foto vor dem Unfall.

Leonid Sokhranski auf einem Foto vor dem Unfall.

Düsseldorf. Wie ein Lauffeuer ging es am Mittwoch durch die Künstlerschaft: Leonid Sokhranski liegt in der Duisburger Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik (BGU Duisburg) in einem "Verbrennungsbett", einem Spezialbett für Unfallopfer.

Er hatte sich, wie die WZ berichtete, im Atelier an der Reisholzer Werftstraße mit kochendem Wachs übergossen. Er sei, so die Feuerwehr, in die Uniklinik und von dort im Rettungshubschrauber in die Duisburger Spezialklinik geflogen worden.

Tamara und Anna Khundaze, die mit ihm befreundet sind, machten sich sofort auf den Weg und wurden auf der Intensivstation vorgelassen.

"Er hat Verbrennungen zweiten Grades an Gesicht und Händen. Er sieht schrecklich aus. Aber die Augen haben nichts abbekommen. Es ist wie ein Wunder", sagt Tamara.

Nach Auskunft von Tamara ist Folgendes passiert: "Der Topf war voller kochendem Wachs. Beim Versuch, die flüssige Masse umzurühren, ist sie explodiert. Leonids Gesicht brannte sofort, und seine Umgebung auch. Geistesgegenwärtig hat er das Feuer mit seiner Kleidung gelöscht."

Wie durch ein Wunder überlebte der Künstler Mario Reis auf der Autobahn A59 bei Monheim, als ihm bei Tempo 140 ein Reifen platzte. Der Wagen überschlug sich, der Künstler wurde unverletzt aus dem Krankenhaus entlassen. Zur Vernissage am Samstag in Mainz fährt er mit dem Zug.

Seine Atelier-Nachbarin Birgit Brebeck-Paul war zum Zeitpunkt des Unglücks nicht in Reisholz. "Er ist ein netter, ruhiger Mann. Er arbeitet sehr intensiv. Er kommt aus Russland, hat aber einen deutschen Pass." Sokhranskis Atelier gehöre zum Kunstverein "Kunst im Hafen" und sei von den Neuss-Düsseldorfer Häfen gemietet.

Sein Kurator Michael Voets, der seine Arbeiten bei den "Trendwänden" im Kunstraum gezeigt hat, schildert seinen Arbeitsvorgang so: "Er erhitzt Wachs oder eine Wachsharzmischung im Kocher, um daraus Figuren zu formen. Da kann sich Wachs schon mal überhitzen und Flammen bilden."

Wie gefährlich Düsseldorfs Künstler zuweilen leben, wurde 2006 deutlich, als sich Stahlkünstler Sandro Antal schwerste Verbrennungen bei einer Benzin-Explosion im Atelier zuzog. Auch er überlebte.

© WhatsBroadcast

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