Seit 20 Jahren saniert die Stadt konsequent ihr Grundwasser. Fast zwei Drittel der Verschmutzungen sind bereits beseitigt.

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Umweltamtsleiter Werner Görtz und Umweltdezernentin Helga Stulgies bei der Einweihung einer Anlage in Bilk West.

Umweltamtsleiter Werner Görtz und Umweltdezernentin Helga Stulgies bei der Einweihung einer Anlage in Bilk West.

Bernd Schaller

Umweltamtsleiter Werner Görtz und Umweltdezernentin Helga Stulgies bei der Einweihung einer Anlage in Bilk West.

Düsseldorf. 3,7 Kilometer lang und 1,4 Kilometer breit ist die Schmutzfahne, die sich vom Gelände Am Kleinforst über Hassels und Holthausen in Richtung Rhein ausbreitet. Vor Gericht wird gerade über die Sanierungskosten gestritten, die mit 17 bis 20 Millionen Euro den Wert des Grundstücks übersteigen (die WZ berichtete). Doch diese Fahne ist kein Einzelfall, vier ähnlich große Ströme zogen oder ziehen sich Richtung Rhein.

Anfang der 1990er Jahre wurden wegen des mit Chlorkohlenwasserstoffen (CKW) verschmutzten Grundwassers in der Innenstadt alle Zierbrunnen abgestellt, 1996 dort auch die Nutzung vieler Gartenbrunnen untersagt.

Schmutzfahnen sind insgesamt 47 Kilometer lang

Die mit über fünf Kilometern längste und breiteteste Fahne ging von der Waagenstraße in Eller aus. Sie ist mittlerweile zu fast 90 Prozent saniert. Ähnlich groß war eine von der Flurstraße ausgehende Schmutzfahne, auch diese ist fast komplett beseitigt.

Außerdem gibt es noch eine längere CKW-Fahne im Süden, die in Richtung Benrath strömt und eine etwas kürzere in Rath. Würde man alle Verunreinigungen aneinanderreihen, ergäbe sich eine Länge von 47 Kilometern.

Nach 20 Jahren konsequenter Sanierung zieht Werner Görtz vom Umweltamt dennoch eine positive Bilanz: Abgepumpt wurden über 110 Millionen Kubikmeter verunreinigten Grundwassers und dabei 33,1 Tonnen Chlorkohlenwasserstoffe entfernt. So konnte die verunreinigte Grundwasserfläche auf ein Drittel verkleinert werden.

Die Kosten bleiben oft an der Stadt hängen

Die häufigsten Schadstoffe im Grundwasser sind die aus chemischen Reinigungen stammenden Chlorkohlenwasserstoffe (CKW). 15 über das Stadtgebiet verstreute, großflächige Verunreinigungen sind schon beseitigt, 15 weitere stehen noch aus.

Bis 2005 wurden 40 Millionen Euro in die Sanierung des Grundwassers gesteckt. Aktuellere Zahlen gibt es noch nicht.

Problematisch sind die Kosten: Der Verursacher kann nur in den seltensten Fällen haftbar gemacht werden, weil es die meisten Firmen gar nicht mehr gibt. Der Grundstückseigentümer kann aber nur bis zur Höhe des Grundstückswertes an den Kosten beteiligt werden. Deshalb tritt die Stadt meist in Vorlage.

Kann der Grundstückseigentümer nicht zahlen, geht das Gelände an die Stadt. 2027 sollen alle Grundwasserverschmutzungen beseitigt sein, so das ehrgeizige Ziel der Stadt.

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