18-Jährige erstattet Anzeige – 33 Jahre alter Verdächtiger sitzt jetzt in Untersuchungshaft.

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Archivbild Polizei

Düsseldorf. Nach den sexuellen Übergriffen an Silvester in der Düsseldorfer Altstadt sitzt jetzt ein weiterer Verdächtiger in Untersuchungshaft. Eine 18-Jährige erkannte den Marokkaner Taoufik M. (33) im Fernsehen, wo er als angeblicher „König der Diebe“ ein Interview gab. Auch die Polizei kennt ihn bereits: Er soll einer der Drahtzieher im Netzwerk von über 2200 Straftätern sein, die in dem Analyseprojekt „Casablanca“ beobachtet werden.

Die Mönchengladbacherin gibt an, sie sei an Silvester an der Bolkerstraße von einer 15 bis 20 Mann starken Gruppe angegangen worden. „Der Verdächtige sei der aggressivste gewesen – deshalb war er ihr gut in Erinnerung geblieben“, sagt Polizeisprecher Markus Niesczery. Laut Staatsanwaltschaft fasste er dem Opfer unter den Rock, versuchte dann noch, nach ihm zu schlagen.

Anzeige erstattete die 18-Jährige erst am 3. Februar, nachdem sie den Verdächtigen in dem Bericht des Magazins „Spiegel TV“ erkannt hatte, wo er ganz offen vor der Kamera auftrat – als Beispiel für den nordafrikanischen Täterkreis des Casablanca-Projektes. Die Staatsanwaltschaft erwirkte Haftbefehl wegen sexueller Nötigung und versuchter Körperverletzung. In der Nacht zu Samstag um 4.30 Uhr erkannten Polizisten den Mann in der Kurze Straße in der Altstadt und nahmen ihn fest.

Taoufik M. ist seit Anfang 2014 in Deutschland. Seit die Polizei vor anderthalb Jahren das Casablanca-Projekt ins Leben rief, taucht er immer wieder auf. „Er zeichnet sich dadurch aus, dass er viel in Aktion ist“, erklärt Niesczery. Und durch seine kriminelle Energie: Laut Ralf Herrenbrück von der Staatsanwaltschaft gab es seit Juli 2014 gegen den 33-Jährigen 23 Ermittlungsverfahren – zweimal wurde er zu Geldstrafen, im November 2015 dann wegen gewerbsmäßigen Ladendiebstahls zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

In Düsseldorf 118 Anzeigen nach Silvester – 13 Verdächtige ermittelt

Seither gebe es schon wieder zwei offene Anklagen – wegen Sachbeschädigung und Schwarzfahrens. Herrenbrück: „Das sind aber keine Delikte, wegen denen man Menschen in U-Haft bringen kann.“ Bei der Sexualstraftat an Silvester habe das jetzt anders ausgesehen. Im Falle einer neuen Verurteilung wird die Ausländerbehörde benachrichtigt – dann droht M. die Ausweisung. Die Düsseldorfer Polizei bearbeitet 118 Anzeigen wegen Sextaten an Silvester. 13 Verdächtige sind ermittelt, neben M. sitzen zwei in U-Haft.

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