Die Stadt plant einen neuen Anlauf für eine Umfahrung der Messe. Von dort könnte es sogar bis Flughafen gehen.

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Das Modell von 2001: Am Südeingang der Messe könnte über dem U-Bahnhof ein Hotel mit bis zu 450 Zimmern entstehen.

Das Modell von 2001: Am Südeingang der Messe könnte über dem U-Bahnhof ein Hotel mit bis zu 450 Zimmern entstehen.

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Das Modell von 2001: Am Südeingang der Messe könnte über dem U-Bahnhof ein Hotel mit bis zu 450 Zimmern entstehen.

Düsseldorf. Die unendliche Geschichte der U 80 soll ein positives Schlusskapitel erhalten. Schön wär’s, denkt man bei der Messe: Vor zehn Jahren wurde von der damaligen Oberbürgermeisterin Marlies Smeets die Umfahrung des Geländes vorgestellt. Mit ihr würde der am Rhein gelegenen Südeingang und die dortigen Hallen attraktiver. Zudem ließe sich über dem U-Bahnhof ein Hotel mit bis zu 450 Zimmern errichten.

Am Montagabend verkündete Andreas Hartnigk (CDU) den Durchbruch. Seine Fraktion und die FDP würden im Verkehrsausschuss für die U 80 stimmen. Dann die Bruchlandung: "Wir stimmen nicht zu", sagt FDP-Fraktionsmanager Manfred Neuenhaus. Auf die Liberalen kommt es an, weil SPD und Grüne gegen die U 80 sind.

Die neue Bahn soll Flughafen und Messe-Nord verbinden

Die FDP sagt nur zu einer größeren Lösung Ja. Und die heißt: Flughafen-Linie. Eine Straßenbahn, die in einem erstem Bauabschnitt zunächst von der Messe-Nord bis zum Flughafen-Terminal gebaut werden soll. In einem zweiten Abschnitt folgt die Verbindung zwischen Terminal und Fernbahnhof. Derzeit ist dort der Skytrain unterwegs - wenn er denn fährt. Endstation: Ratingen-West.

Für Neuenhaus liegen die Vorteile der Flughafen-Linie auf der Hand: "Die U80 hat ohne die Stadtbahn keinen Sinn. Sie erhält durch sie eine neue Wertigkeit. Wir lenken damit Verkehre aus der Innenstadt, schaffen eine Verbindung zur S-Bahn und können Pendler aus Ratingen auf die Stadtbahn lenken."

Weiterer Vorteil: Die Trasse bestehe schon seit den 90er Jahren. "Wir müssen nicht prüfen, sondern könnten sofort bauen. Wenn wir im März die Linien auf den Weg bringen, fahren sie 2014."

Die Ingenieure vom Büro Spiekermann haben im Jahr 2000 diese Möglichkeit im Zuge der Düsseldorfer Olympiabewerbung untersucht und für gut befunden. Seinerzeit wurde sogar daran gedacht, die Linie (U81) aus dem Linksrheinischen kommend mit einer Rheinquerung über Messe und Flughafen nach Ratingen zu führen. Zum neuen Vorschlag mag man sich bei Spiekermann nicht äußern. Nur soviel: "Die Rahmenbedingungen haben sich seitdem nicht geändert."

Ein gemeinsamer Beschluss, aber zwei Förderanträge

Bleibt die Frage nach der Finanzierung. Gut 85Millionen Euro sind für U80 geplant, An knapp 50 Millionen beteiligen sich Bund und Land zu 85 Prozent, die 35 Millionen für die Untertunnelung des Nordparks müsste die Stadt allein stemmen. Die FDP-Lösung, um nicht die Zuschüsse zu riskieren: "Wir brauchen einen gemeinsamen politischen Beschluss und würden zwei getrennte Anträge für Fördermittel stellen." Die Kosten für die U 81 stehen noch nicht genau fest, sie liegen aber bedeutend unter denen der Tunnelbahn U 80.

Gutes kommt wieder

Kommentar von Olaf Steinacker

Gutes kommt wieder: wie die Pläne zur U 81, die Mitte der 90er von den Grünen ins Gespräch gebracht und dann von der CDU für die Olympiabewerbung aufgepäppelt wurden. Mit dem Traum von den Spielen wurde auch die Stadtbahn aus dem Linksrheinischen bis nach Ratingen beerdigt. Jetzt taucht sie wieder auf - zu Recht. Die Messe braucht die Anbindung an Innenstadt und Flughafen und Düsseldorf braucht ein attraktives Stadtbahnsystem.



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