WZ-Mobil: Pro und Contra gab es am Mittwoch zur Verlängerung der U 74 nach Benrath. Besonders der hohe Einstieg ärgert viele.

Düsseldorf. An der Verlängerung der U 74 scheiden sich die Geister. Einerseits können die Benrather jetzt direkt in die Altstadt und nach Oberkassel fahren. Dafür verkehrt die Linie 701 nur noch halb so oft. Das bedeutet für viele ältere Fahrgäste mit Gehbehinderung: Warten auf die nächste Bahn. Denn an den Niederflur-Bahnsteigen muss geklettert werden, um in die U 74 zu gelangen.

Eine Woche nach der Einweihung der neuen Stadtbahnstrecke scheint die Verlängerung der U74 noch nicht so recht angekommen zu sein. "Ach wirklich?" fragt Peter Schneider bei WZ mobil, bevor er in die U 74 einsteigt. Zu verwirrend waren die vergangenen Wochen: Mal fuhr nur die Stadtbahn, dann nur Busse und jetzt auch wieder die 701.

Hedy Förster hat eine klare Meinung: "Ist doch alles Humbug, wozu brauchen wir zwei Bahnen. Die meisten älteren Menschen steigen hier an der Heubesstraße ein, und sie haben Schwierigkeiten, in die U 74 zu kommen.

Da gibt es nur die Alternative: Klettern oder warten", sagt sie. Die unterschiedlichen Einstiegshöhen sind denn auch der Hauptkritikpunkt an der Verlängerung. "Die neue Lösung ist nichts für Behinderte. Früher konnte ich alle zehn Minuten die Bahn benutzen, jetzt nur alle 20 Minuten", sagt Margot Walter, die auf einen Rollator angewiesen ist.

Alicja Junghardt ärgert die jetzt schlechtere Anbindung. "Wer auf die 701 angewiesen ist und schlecht klettern kann, muss in der Stadt länger warten", sagt sie, "besonders am Wochenende."

Aber es gibt auch Befürworter der Verlängerung: "Eine hervorragende Idee", meint Dieter Born. "Ich komme jetzt ohne weiteres Umsteigen in die Altstadt oder nach Oberkassel", bekräftigt Eduard Deda. Auch Samira Akiltire, die am Hauptbahnhof arbeitet, freut sich, dass sie nicht mehr umsteigen muss.

Die S 6 ist für sie keine Alternative. "Zu unzuverlässig", meint sie. Waltraud Schatten ist ebenfalls begeistert. Sie regt sogar an, am Samstag und am Sonntag die U 74 schon vormittags von Benrath aus fahren zu lassen. "Ich kenne viele ältere Leute, die am Wochenende zur Messe oder in die Stadtkirchen wollen, für die wäre es ein gutes Angebot."

Doch das Problem für die Behinderten bleibt. Christoph Lademann von der Rheinbahn meint: "Jeder sollte sich die Fahrpläne herunterladen oder telefonisch Auskunft einholen, damit er sich auf die Fahrtzeiten der 701 einrichten kann." Live bei WZ mobil macht er den Test beim Rheinbahn-Callcenter und lässt sich eine behindertenfreundliche Fahrplanauskunft geben.

Eine weitere Anregung kommt von Wolfgang Klein: "Man sollte die Fahrpläne in den Seniorenheimen aushängen, damit sich jeder danach richten kann." Rheinbahnauskunft: 01803/50 40 30

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