Prozessauftakt: Ein Aachener soll versucht haben, den Ehemann von Verona zu erpressen.

Staatsanwalt Ulf Willuhn wird von Journalisten im Gericht bedrängt. (F: Schaller)
Staatsanwalt Ulf Willuhn wird von Journalisten im Gericht bedrängt. (F: Schaller)

Staatsanwalt Ulf Willuhn wird von Journalisten im Gericht bedrängt. (F: Schaller)

Staatsanwalt Ulf Willuhn wird von Journalisten im Gericht bedrängt. (F: Schaller)

Düsseldorf. Franjo Pooth, die Korruptionsaffäre bei der Düsseldorfer Stadtsparkasse und ein vorbestrafter Serienbetrüger - dies ist der Stoff eines spektakulären Verfahrens vor dem Düsseldorfer Landgericht. Ein mutmaßlicher Trittbrettfahrer der Affäre um Franjo Pooth muss sich seit Dienstag wegen versuchten Betrugs und versuchter Erpressung verantworten.

Der 57-jährige Mann aus Aachen soll kurz nach der Insolvenz von Pooths Unternehmen "Maxfield" im Frühjahr 2008 an den Ehemann von Verona Pooth herangetreten sein. Er habe als Vertreter einer Investorengruppe 250000 Euro Vermittlungshonorar für den Ankauf der Marke Maxfield verlangt.

Wenige Wochen später soll der Mann dann auch Düsseldorfs mittlerweile verstorbenen Oberbürgermeister Joachim Erwin angerufen haben. Angeblich könne er ihm brisante Informationen über "Maxfield" und die verbundene Korruptionsaffäre bei der Stadtsparkasse liefern.

Zu dem kompromittierenden Material gehörten angeblich Videos, auf denen mehrere Vorstandsmitglieder der Stadtsparkasse und auch Franjo Pooth bei "sexuellen Ausschweifungen" zu sehen seien. Pooth und die Stadtsparkasse schalteten die Polizei ein, zu einer Geldübergabe kam es nicht.

Für den Angeklagten geht es um eine Sicherungsverwahrung

Der übergewichtige Mann ist wegen starken Bluthochdrucks nur eingeschränkt verhandlungsfähig. Zum Prozessauftakt wollte der 57-Jährige keine Angaben machen. Sein Rechtsanwalt Michael Heller forderte, die kompletten Akten der Pooth-Affäre einsehen zu wollen. Denn während die Staatsanwaltschaft davon ausgeht, dass die Video-Aufnahmen nicht existieren, gibt es laut Heller dafür zumindest Indizien.

Eine Wirtschaftsprüfung hatte nach Auffliegen der Affäre eine Spesenrechnung einer Moskau-Reise in vierstelliger Höhe entdeckt. "Es kann sein, dass es sich dabei um Liebesdienste handelte", sagte Heller. Die Höhe der Summe sei "selbst durch exzessiven Champagner-Konsum nicht erklärbar". Auch gebe es verdächtige Zahlungen auf ein Sparkassen-Konto, die auf "korruptive Verstrickungen" deuteten.

Staatsanwalt Ulf Willuhn wies den Antrag Hellers als "gänzlich überflüssig" zurück. Sowohl die Ermittlungen wegen Bestechlichkeit gegen Humme und Stiegemann als auch die Ermittlungen gegen Pooth seien voneinander unabhängige Sachverhalte.

Für den Angeklagten geht es auch um eine eventuelle Sicherungsverwahrung. Er saß schon viele Jahre wegen Betrugs in Haft. Franjo Pooths Vernehmung ist für den 12. März geplant.

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