38-jährige Mutter machte am Mittwoch keine Aussage. Nächste Woche will ihr Anwalt eine Erklärung abgeben.

Vor dem Haus an der Nettelbachstraße soll die grausame Tat passiert sein.
Vor dem Haus an der Nettelbachstraße soll die grausame Tat passiert sein.

Vor dem Haus an der Nettelbachstraße soll die grausame Tat passiert sein.

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Vor dem Haus an der Nettelbachstraße soll die grausame Tat passiert sein.

Düsseldorf. Es ist ein hübsche, junge Frau, die am Mittwoch den Saal des Landgerichts betrat. Schmale Figur, blonde lange Haare. Ihre modische Kleidung, verrät, dass sie aus gutem Haus stammt. Sie zeigt keinerlei Regung als sie auf der Anklagebank Platz nimmt. Lediglich ihre Augen verraten, dass die 38-Jährige sichtlich nervös ist. Aufgeregt huschen sie durch den Saal, bevor sie sich mit dem Rücken zum Publikum setzt.

Sie sieht nicht aus wie eine kaltherzige Frau, die ihren Säugling kurz nach der Geburt getötet hat. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr dennoch vor, am 15. Juli nach der Entbindung mit Baby Jenna aus dem Marienhospital verschwunden zu sein. Anschließend soll sie sich in der Nähe des Krankenhauses vor einem Haus an der Nettelbeckstraße hingesetzt haben.

Die Frau warf ihr Kind offenbar in einen Müllcontainer

Dort hätte das Mädchen angefangen zu weinen, heißt es in der Anklage, die der Frau Totschlag vorwirft. Daraufhin hätte sie dem Kind solange die Hand auf den Mund gelegt, bis es erstickte. Anschließend soll sie den Leichnam in einen Müllcontainer geworfen haben. Seit Monaten sitzt die Frau in Untersuchungshaft.

Das Medieninteresse an dem Verfahren vor der Schwurgerichtskammer ist groß. Denn es ist nicht nur eine ungeheuerliche Tat, die der 38-Jährigen vorgeworfen wird, sondern scheint auch ein spannender Prozess zu werden. Die Beweislage ist dünn: Von der Leiche fehlt bislang jede Spur.

Zum Prozessauftakt wollte die Mutter zweier weiterer Kinder keine Angaben machen. Angeblich ist sie nicht in der Lage, zu den Vorwürfen etwas zu sagen. Selbst als der Vorsitzende Richter Rudolf Wolff ihre Personalien abfragt, nickt sie nur.

Nach Verlesung der Anklage beraten die Prozessbeteiligten hinter verschlossenen Türen. Staatsanwalt und Verteidigung sind sich angeblich einig, die Tat als einen minder schweren Fall werten zu wollen. Richter Rudolf Wolff: "Auf eine Höchststrafe wollen wir uns nicht festlegen. Allerdings sind wir bereit, alle Kriterien für einen minder schweren Fall zu prüfen."

Am Aschermittwoch wird die Verhandlung fortgesetzt. Dann will Rechtsanwalt Joachim Müller eine Erklärung für seine Mandantin abgeben. Sie hatte schon aus der Haft heraus ein Geständnis abgelegt. Angeblich hatte ihr neuer Lebensgefährte das Kind nicht gewoll. Finanzielle Probleme sollen ihr ebenfalls zu schaffen gemacht haben: Der Floristin wird obendrein wird ihr vorgeworfen, mehrere Wohnungen und Geschäfte angemietet zu haben, ohne die Miete zu zahlen. Gesamtschaden: rund 70 000 Euro.

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