Die 40-Jährige belastet ihren Mitangeklagten: Er soll aus Liebe zu ihr getötet haben.

Düsseldorf. Seit zwei Monaten läuft vor dem Landgericht der Prozess um den Tod des Ex-Bankräubers Wolfgang Leifels (49), der im November 2008 hinter einer Lärmschutzwand am Autobahnkreuz Breitscheid gefunden worden war. Am Donnerstag brach die der Anstiftung zum Mord Angeklagte ihr Schweigen. Sie war die Freundin des Toten.

Die 40-jährige Kauffrau bestreitet, ihrem Mitangeklagten - einen 50-jährigen Angestellten in ihrer Spedition - jemals einen Mordauftrag erteilt zu haben. Sie belastete hingegen den Mann, mit dem Leifels und sie seit Jahren eng befreundet waren, indem sie erzählte, dass er ihr an einem weinseeligen Abend seine Liebe gestanden habe. Damit ließ sie durchblicken, dass der Mann möglicherweise einen Nebenbuhler aus dem Weg räumen wollte.

Bereitete Leifels seine Flucht aus Deutschland vor?

Der 50-Jährige hatte bereits im Vorfeld gestanden, den tödlichen Schuss abgefeuert zu haben - er habe aber in ihrem Auftrag gehandelt, betonte er. Für den Mord an Leifels habe ihm die Frau 15 000 Euro und einen VW-Golf versprochen und auch eine Pistole besorgt.

Ja, eine Waffe habe sie beschafft, bestätigte die Frau. Diese habe sie aber Leifels geben wollen. Der mehrfach vorbestrafte Bankräuber habe Banküberfälle im Osten geplant, um an Geld zu kommen. Das gemeinsame Transport-Unternehmen war pleite und zusätzlich ermittelten Finanzbeamte wegen Steuerhinterziehung. Leifels stand noch unter Bewährung und soll geplant haben, sich abzusetzen, um einem Steuerstrafverfahren zu entgehen. "Sobald er genug Geld hatte, wollte er weg", sagte die Frau. Die Pistole hatte sich aber als nicht schussfähig herausgestellt. Leifels war mit einem Kopfschuss aus einer anderen Waffe getötet worden. Dieser Schuss habe sich aber versehentlich gelöst, sagte der 50-Jährige.

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