C&A präsentierte die Kollektion für Frühjahr/Sommer. Mit Bruce Darnell, Alisar und Sara Nuru.

Der schneeweiße Teppich sieht ganz schön ramponiert aus. Graue Streifen und Abdrücke von Highheels, wo das Auge hinschaut. Immerhin sind über ihn 300 Gäste aus zwölf verschiedenen Ländern gelaufen. Und 35 Models. Das Düsseldorfer Unternehmen C&A präsentierte am Mittwoch die Frühjahr/Sommer-Kollektion in der Mehrzweckhalle in Reisholz.

Während die Vertreter der internationalen Modepresse in schwarzen Wintermänteln und Fellstiefeln erscheinen, stöckeln die Models in Sandalen und Bikinis über den Laufsteg. Alisar Ailarbouni, amtierendes "Germany’s next Topmodel", eröffnet die Show in einem verspielten Maxikleid mit Rüschen. Als ihre Kollegin Sara Nuru, die Gewinnerin aus dem Vorjahr, in einem weißen, bodenlagen Seidenkleid über den Laufsteg schwebt, geht ein Raunen durch den Saal. Szenenapplaus ernten aber nur die Kindermodels. Lea (9) modelt zum ersten Mal. Ihr Highlight ist allerdings nicht der eigene Auftritt, sondern Bruce Darnell, der die Show choreografiert hat. "Er hat mir ein Küsschen auf die Wange gegeben", sagt Lea und wird ein bisschen rot.

Die Szene erinnert unweigerlich an den Kampf beim Schlussverkauf

Nach 40 Minuten ist die Show vorbei. Hinter dem Laufsteg geht ein Vorhang auf. Die Kollektion hängt in mehrfacher Ausführung an Kleiderstangen. Die meist weiblichen Gäste springen auf und schnappen sich, so viel sie tragen können. Die Szene erinnert unweigerlich an den Kampf am Wühltisch beim Schlussverkauf. Behalten dürfen sie Schuhe, Röcke und Kleider allerdings nicht. Die Musterstücke werden nach Shootings für verschiedene Modezeitschriften zurückgeschickt. Mitten im Trubel ist die Chefredakteurin der chinesischen Elle. Zum ersten Mal ist auch die chinesische Modepresse anwesend. Seit rund einem Jahr gibt es C&A auch in Asien. "Bei uns sind die Sachen Kult und schnell ausverkauft", sagt eine Journalistin.

Bruce Darnell trägt keinen Anzug von C&A. Seine beige-schwarze Kombination ist von einer Luxusmarke. Dennoch versichert er: "Man sollte teure Stücke mit billigen mixen." Auf die Frage, was er denn privat zu Hause gerne trägt, lächelt er gequält. "Das wüssten Sie wohl gerne." Da kommt in dem sonst so fröhlichen Laufstegtrainer die Diva durch. Nach zwei kurzen Interviews hat er genug.

Der weiße Teppich, der extra für die Show auf der 1600Quadratmeter großen Fläche verlegt wurde, hat seinen Dienst getan. Er landet wie die Trends aus dem letzten Jahr im Müll.

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