28-Jährige stirbt im Behandlungsstuhl. Mediziner wird fahrlässige Tötung vorgeworfen.

Düsseldorf. Es sollte eine Routine-OP in der Kieferklinik an der Grafenberger Allee werden: Doch die 28-Jährige wachte aus der Narkose nicht mehr auf.

Schuld an dem tragischen Zwischenfall vom Juli 2007 soll der Anästhesist (62) sein. Ihm sollen sowohl die Kenntnisse als auch die technische Ausstattung und das entsprechende Personal gefehlt haben. Die Staatsanwaltschaft hat den Mann wegen fahrlässiger Tötung angeklagt.

Die verstorbene Patientin war lange Zeit drogensüchtig, soll zuletzt im Methadon-Programm gewesen sein. Dies hat der Narkosearzt angeblich gewusst, aber nicht entsprechend darauf reagiert, wirft ihm die Anklageschrift vor.

Notarzt soll erst nach zwei Stunden gerufen worden sei

Beim Einleiten der Vollnarkose sei es zu tödlichen Komplikationen gekommen. Obendrein soll der Notarzt erst fast zwei Stunden nach Einleiten der Narkose alarmiert worden sein. Die junge Frau sei anderthalb Stunden ohne Sauerstoffversorgung gewesen. Auch dem Notarzt war es nicht gelungen, die Frau wiederzubeleben.

Dem selbstständigen Mediziner wird vorgeworfen, die Narkotisierung nicht frühzeitig abgebrochen zu haben, als er die Probleme bei seiner Patienten bemerkt habe. Stattdessen soll er die betäubenden Medikamente ein zweites Mal injiziert haben.

In der Befragung vor dem Eingriff soll die 28-Jährige erwähnt haben, dass bei einer früheren Narkose schon einmal Komplikationen aufgetreten seien. Der Anästhesist soll die Ursachen dafür aber nicht sorgfältig genug abgeklärt haben. Bis auf eine Krankenschwester soll ihm beim Einleiten der Narkose niemand assistiert haben.

Ein Termin für den Prozess vor dem Amtsgericht steht noch nicht fest.

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