Presta Steertec, Hersteller von Lenkungen für Lastwagen, stellt seinen Betrieb ein.

Wirtschaft
Das Werk an der Rather Straße gehörte Mercedes, bevor es von Thyssen Krupp gekauft wurde.

Das Werk an der Rather Straße gehörte Mercedes, bevor es von Thyssen Krupp gekauft wurde.

Findet wohl keinen Job mehr: Alfons Imiolczyk ist 59 Jahre alt.

Michaelis, Bild 1 von 2

Das Werk an der Rather Straße gehörte Mercedes, bevor es von Thyssen Krupp gekauft wurde.

Düsseldorf. Erneut gehen in einem Düsseldorfer Industriebetrieb die Lichter aus. Nach dem angekündigten Abzug von Thyssen Krupp Nirosta in Benrath im Jahre 2015/16 mit 530 Mitarbeitern – und früheren Kahlschlägen ebenfalls im Süden mit Stora Enso, Mannesmann Demag Hüttentechnik, Kematen und Carborundum – ist es jetzt erneut ein Betrieb von Thyssen Krupp: Presta Steertec (TKPST), Hersteller von Lkw-Lenkungen, schließt Ende des Jahres sein Werk an der Rather Straße.

Statt auf Lenksysteme für Nutzfahrzeuge setze man künftig auf elektromagnetische Servolenkungen für Autos, so ein Sprecher von Thyssen-Krupp mit dem Hinweis, dass der Beschluss zur Schließung bereits 2006 gefallen sei. Über 150 Mitarbeiter, die teils länger als 30 Jahre im Unternehmen sind, haben deshalb jetzt eine betriebsbedingte Kündigung erhalten.

Wirtschaft
Das Werk an der Rather Straße gehörte Mercedes, bevor es von Thyssen Krupp gekauft wurde.

Das Werk an der Rather Straße gehörte Mercedes, bevor es von Thyssen Krupp gekauft wurde.

Findet wohl keinen Job mehr: Alfons Imiolczyk ist 59 Jahre alt.

Judith Michaelis, Bild 1 von 2

Findet wohl keinen Job mehr: Alfons Imiolczyk ist 59 Jahre alt.

Nicht der Zeitpunkt der Kündigungen überrascht und erzürnt somit Betriebsratschef Klaus Specht, sondern die Abwicklung. „Die 250 Maschinen, die hier stehen, werden noch verkauft, aber um die Mitarbeiter hat man sich nicht mehr gekümmert.“ Da helfe auch nicht der Hinweis, dass die Betroffenen fünf Jahre Zeit gehabt hätten, etwas Neues zu finden. „Unsere Geschäftsleitung hat alle unsere Bemühungen zu Teilabfindungen abgelehnt.“ Mit einer finanziellen Motivation hätten sich womöglich viele anderweitig beworben.

Mitarbeiter sehen ihren Chance auch in einer Zukunft bei Thyssen

Einer von ihnen, der auch bis zum Schluss geblieben ist, ist Thorsten Kohl (Name geändert). „Ich richte meine Hoffnungen auf den kommenden Montag. Dann habe ich ein Vorstellungsgespräch bei Thyssen-Krupp in Duisburg.“ Der 45-jährige Universalhärter muss noch lange arbeiten, bevor er an Rente denken darf – anders als Alfons Imiolczyk: „Ich bin über eine Frühpensionierung abgesichert. Aber ich hätte lieber länger gearbeitet.“ An einen neuen Job glaubt er mit 59 Jahren nicht.

Specht kritisiert auch, dass die Geschäftsführung am Standort in Mülheim und Auftraggeber Daimler lieber befristete Leute einsetze. Zwar wolle Daimler 30 Kräfte übernehmen und 40 seien Frühpensionäre, „aber für 80 Mitarbeiter sieht es schlecht aus“. Darunter: 18 Behinderte.

Leserkommentare (3)


() Registrierte Nutzer