Mit schwerem Gerät geht es dem Herzstück an den Kragen.

tausendfüßler
Einen völlig neuen Blick aufs Schauspielhaus eröffnet der Abriss des Tausendfüßlers.

Einen völlig neuen Blick aufs Schauspielhaus eröffnet der Abriss des Tausendfüßlers.

Kräftig gestaubt hat es, als die zentnerschweren Betonbrocken der Fahrbahn zerlegt wurden.

J. Michaelis, Bild 1 von 2

Einen völlig neuen Blick aufs Schauspielhaus eröffnet der Abriss des Tausendfüßlers.

Düsseldorf. Dem letzten Teilstück des Tausendfüßlers geht es an den Kragen. Der Rückbau zieht das ganze Wochenende über die Abriss-Kiebitze an. Viele möchten dabei zusehen, wie schweres Hydraulikgerät, Bagger und Kräne an der eng bebauten Stelle der Hochstraße den Garaus machen.

Teilweise ohrenbetäubender Lärm macht das Verweilen zum Härtetest in Sachen Leidensfähigkeit. Viele Passanten machen Fotos oder halten sich den Schal vor das Gesicht. Der Staub legt sich sofort auf Kleidung und Objektive gleichermaßen. Dass es keine wirklich gute Idee war, am Samstag den Außenverkauf zu starten, merkt auch das Schuhgeschäft um die Ecke. Die bunten Kindersandalen, die auf dem Bürgersteig angeboten werden, sind im Nu mit einer dicken grauen Schicht überzogen, die Kunden bleiben aus.

Darüber kann der Besitzer eines Cafés gleich an der Abrisskante der alten Hochstraße nicht klagen. Die Kunden drängeln sich um die besten Plätze hinter der Panoramascheibe und genießen mit einem Kaffee in der Hand die Aussicht. Was sie zu sehen bekommen, ist spektakulär. Wie ein Windspiel für Riesen hängen zentnerschwere Betonbrocken von der Fahrbahn herunter, nur noch gehalten von der Metallarmierung. Reißt der Bagger sie herunter, wackelt der Boden – und die Scheibe, hinter denen sich Cafébesucher die Nasen platt drücken.

Passanten staunen über das Tempo der Abrissarbeiten

„Mich fasziniert, wie man mit so schwerem Gerät eine Brücke abreißen kann, ohne die anderen Gebäude zu beschädigen“, sagt Corona Pfeil, die zuschaut. Ihre Freundin Karin Makros-Kreutzer staunt über die Geschwindigkeit der Abrissarbeiten. Vermissen werden sie den Tausendfüßler nicht. „Wenn erst mal alles fertig ist, wird man nach einer kurzen Zeit schon nicht mehr wissen, wie es hier vorher aussah“, sind sie sicher.

© WhatsBroadcast

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