Es geht um acht Prozent mehr Lohn und um unbefristete Verträge – in der kommenden Woche drohen wieder Ausstände.

So demonstrierte Awo-Mitarbeiter Jens Gerhards am Montag gemeinsam mit Kollegen in Essen.
So demonstrierte Awo-Mitarbeiter Jens Gerhards am Montag gemeinsam mit Kollegen in Essen.

So demonstrierte Awo-Mitarbeiter Jens Gerhards am Montag gemeinsam mit Kollegen in Essen.

Bernd Schaller

So demonstrierte Awo-Mitarbeiter Jens Gerhards am Montag gemeinsam mit Kollegen in Essen.

Düsseldorf. Die dritte Verhandlungsrunde für die 20 000 Mitarbeiter der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Nordrhein-Westfalen am Dienstag dürfte auch von den 1300 Awo-Angestellten in Düsseldorf beäugt werden. Schließlich geht es nicht nur um acht Prozent mehr Lohn, sondern auch um die Forderung, mehr Arbeitsverträge ohne zeitliche Befristung abzuschließen.

Eine Anstellung ohne Halbwertszeit hätte auch Jens Gerhards (41) gern. Gemeinsam mit Kollegen, etwa der Belegschaft des Elleraner Kindergartens Wackelzahn, war er gestern bei einer Verdi-Demo in Essen. "Ich arbeite seit zehn Jahren im Berufsbildungszentrum - immer nur befristet", sagt Gerhards. 15 Verträge habe er in dieser Zeit unterschrieben.

"Jedes Jahr zittere ich aufs Neue, ob er verlängert wird. Wie soll ich so mein Leben planen?" Oft habe er überlegt, für einen entfristeten Vertrag vor Gericht zu ziehen. "Das liefe auf eine Konfrontation mit der Awo hinaus, die will ich vermeiden", sagt Gerhards. "Für den Fall einer Klage, wurde uns von der Geschäftsleitung mit Kündigung gedroht", sagt der Sozialpädagoge und Vater von drei Kindern.

Awo-Geschäftsführerin Anita Garth-Mingels bestreitet das. "So etwas gibt es bei uns nicht." Selbstverständlich hätten die Mitarbeiter ein Recht, zu streiken, Repressalien müssten sie deswegen nicht fürchten. Dass Verträge befristet würden, sei im Berufsbildungszentrum ein gewöhnlicher Vorgang, weil die angebotenen Maßnahmen jeweils abhängig von ihrer Finanzierung ebenfalls befristet seien.

Ob und wann die Awo-Mitarbeiter wieder auf die Straße gehen oder, wie in der Vorwoche, in den Warnstreik treten, zeigt die heutige Runde. Bei Verdi geht man davon aus, dass in Düsseldorf in der kommenden Woche wieder gestreikt wird. Bei der Awo hofft man, dass dies ohne große Beeinträchtigung über die Bühne geht.

20 Ortsvereine in Düsseldorf, rund 1300 Mitarbeiter, nach eigener Angabe sind davon fünf Prozent gewerkschaftlich organisiert.

Nach acht Jahren ohne Tarifvertrag haben sich Verdi und die Awo im Oktober erstmals wieder auf einen Vertrag geeinigt.

So wie am Montag: Von den 17 Awo-Kitas, hatten nur zehn mit Streikfolgen zu kämpfen, weil Mitarbeiter in Essen demonstrierten. In Senioreneinrichtungen hätten sich gestern laut Awo nur fünf Mitarbeiter beteiligt.

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