Der Club „Salon des Amateurs“ schreibt ein Programm gegen die Mittelmäßigkeit.

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Jan Ossowicz und Sandra Heppener (M.) sind Stammgäste im Salon des Amateurs am Grabbeplatz. Ihnen gefällt das abwechslungsreiche Musik-Programm.

Jan Ossowicz und Sandra Heppener (M.) sind Stammgäste im Salon des Amateurs am Grabbeplatz. Ihnen gefällt das abwechslungsreiche Musik-Programm.

Bernd Schaller

Jan Ossowicz und Sandra Heppener (M.) sind Stammgäste im Salon des Amateurs am Grabbeplatz. Ihnen gefällt das abwechslungsreiche Musik-Programm.

Düsseldorf. Kostenlose Filmabende, popkulturelle Vorträge, Konzerte und DJs, die noch richtige Schallplatten mitbringen: Das ist die Mischung, die den Salon des Amateurs für viele Studierende so anziehend macht. Obwohl mitten in der Altstadt gelegen, befindet sich der Salon doch komplett jenseits des Mainstreams. Kneipen und Clubs, die sich "alternativ" auf die Fahnen geschrieben haben, gibt es an fast jeder Ecke der Stadt, doch die Stammgäste des Salon des Amateurs schätzen das ganz Besondere.

Es sind überwiegend Studenten und junge Akademiker, die den Salon aufsuchen. Viele kommen aus dem künstlerischen Bereich oder haben zumindest eine hohe Affinität zu Kunst- und Kulturthemen. "Wir denken internationaler, eigenwilliger und weiter als andere", sagt Detlef Weinrich, einer der Betreiber.

"Wir denken internationaler, eigenwilliger und weiter als andere."

Detlef Weinrich über die Gäste des Salon des Amateurs

Das mag sich zunächst überheblich anhören, wird aber faktisch mit einem großen Veranstaltungsangebot unterfüttert. Das hat viel mit Musik zu tun. "Die Qualität der Musik bei uns zieht die Leute an", meint Weinrich. Das bestätigen auch Jan Ossowicz (25) und Sandra Heppener (28), beide Studenten der Geisteswissenschaften an der Heine-Uni und regelmäßige Gäste des Salons. "Hier ist es ganz anders", sagen sie. "Für neue hochwertige elektronische Musik ist der Salon die erste Anlaufstelle."

Weinrich mag sich allerdings nicht auf "Elektro" festlegen lassen, der Begriff sei inzwischen viel zu verwaschen. Man möchte sich definitiv von anderen Clubs und Discotheken absetzen. "Man wird immer wieder überrascht", sagt Jan Ossowicz. "Es kam auch schon vor, dass nach einer Phase mit Elektro-Musik plötzlich ein Stück von Strawinsky lief."

Doch macht sicherlich auch die Einrichtung des Salons einen Teil des Reizes aus. Der große Raum ist sparsam mit schlichten Designermöbeln eingerichtet, an der Bar holt man sich seine Getränke selbst. Viele gehen damit vor die Tür und setzen sich auf die Terrasse oder bevölkern die Stufen vor dem Salon.

Ein bisschen "sehen und gesehen werden" ist da schon im Spiel, das Publikum wird überwiegend von einem Hauch Kunst umweht, Individualismus wird groß geschrieben. Die meisten Menschen entsprechen daher auch optisch nicht den plakatierten und gängigen Mode-Idealen, haben ihren eigenen Stil. "Genau das finde ich auch gut so", sagt Sandra Heppener. Sonst könne man ja gleich in die Kneipen der Altstadt gehen.

Salon des Amateurs, Grabbeplatz4, dienstags bis donnerstags von 12 bis 1Uhr, freitags und samstags von 12 bis 4 Uhr, sonntags bis 18 Uhr.

© WhatsBroadcast

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